Neurologisch Erkrankte durch Beschleunigung in der Forschung unterstützen

Katharina Kittelberger

Startup Stories

Es gibt einen Anruf, an den sich Neeraj Kothari, Co-Founder und Co-CEO von Cogniant, wahrscheinlich sein Leben lang erinnern wird. In dem Telefonat informierte ihn die fremde Stimme, seinen an Alzheimer erkrankten Großvater gefunden zu haben. Dieser legte, sich nicht mehr an seine aktuelle Wohnadresse erinnernd, innerhalb von zehn Tagen eine Strecke von 300 Kilometern zurück, um die Stadt, in der er als Kind aufgewachsen ist, aufzusuchen. 

„Dieses Ereignis symbolisierte für mich zwei bisher unberücksichtigte Probleme, nämlich die veraltete Patientenüberwachung und das verbesserungswürdige Krankheitsmanagement von neurologisch Erkrankten“, erklärt Neeraj. „Die Gründung von Cogniant im Jahr 2017 zusammen mit Mairin Reid wurde durch meine bis dato zehnjährige Berufserfahrung im Bereich Health-Tech nochmals begünstigt.“ 

Mit der Teilnahme an unserem 5-HT X-Linker „Digital Health for Pharma“ konnte das aus Singapur stammende Gesundheitsstartup bereits einem breiten Publikum präsentieren, wie es sowohl die Diagnosewege als auch die Krankheitsüberwachung von Patienten mit neuropsychiatrischen und neurodegenerativen Erkrankungen verbessert. 

Im Interview mit 5-HT erzählt Neeraj unter anderem, wie Cogniant neurologisch Erkrankte entlastet und welche Chancen er in der Kooperation mit 5-HT sieht. 

Neeraj Kothari, Co-Founder und Co-CEO von Cogniant

Die von Cogniant erkannte Problematik und deren Lösungsansatz 

Generell ist die episodische klinische Beurteilung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen nicht in der Lage, die subtilen Symptomveränderungen eines Patienten zu erkennen. Das führt unter anderem zu sich verschlechternden Symptomen, verzögerten Diagnosen und insgesamt schlechteren Gesundheitsergebnissen. Cogniant adressiert genau diese Probleme: 

„Unsere Software-App ist eine mobile, patientenzentrierte Lösung für Sponsoren von klinischen Studien und medizinischem Fachpersonal, die Patienten aus der Ferne in ihren Studien überwachen müssen. Durch unseren Ansatz minimieren wir die Patientenabbrüche und sichern eine bessere Therapietreue“, so Neeraj. 
Darüber hinaus ermöglicht Cogniant durch den Einsatz von digitalen Biomarkern die objektive Messung neuropsychiatrischer und neurodegenerativer Erkrankungen.

Neben Forschern, Ärzten und Patienten nutzen auch Pharmaunternehmen die klinisch validierte Lösung von Cogniant. Denn durch die gesammelten Daten können diese umfassende Phänotypisierungen, klinische Zustandsvorhersagen und Ergebnismessungen durchführen, wodurch letztlich eine frühzeitige Erkennung von Krankheiten gewährleistet wird. 

Was Cogniant von anderen Startups mit ähnlichen Lösungen unterscheidet

Indem Cogniant das Krankenhausmanagement durch validierte, hochfrequente und passive digitale Biomarker ergänzt, unterstützt es Patienten mit Depressionen, chronischen Schmerzen und leichten kognitiven Beeinträchtigungen in der Forschung und in der realen Welt. Die digitalen Biomaker lösen hier die Problematik der derzeitigen Art der Beurteilung und Überwachung von Patienten im Bereich der Neurowissenschaften, denn diese basiert auf den Selbstangaben von Patienten, die subjektiv sind und den Krankheitszustand oft nicht richtig wiedergeben. Digitale Biomarker bieten hier eine objektive Möglichkeit zur Messung und Erkennung neurowissenschaftlicher Erkrankungen.

„Dabei spezialisieren wir uns auf digitale Multimodell-Biomarker. Diese fokussieren sich nicht nur auf einen Aspekt, wie beispielsweise die Veränderung der Stimmlage, sondern beziehen eine Vielzahl von Parametern mit ein. Hierdurch kann zusätzlich zu den alltäglichen, körperlichen Aktivitäten der Erkrankten ein holistisches Bild ihrer kognitiven Funktionen erstellt werden“, erklärt Neeraj.

Die digitalen Biomarker von Cogniant ermöglichen das Erstellen von holistischen Krankheitsbildern 

Technologisch hat Cogniant einen klaren Vorteil: „Um qualitativ hochwertige und umfangreiche Daten zu erhalten, nutzen wir bereits vorhandene Hardware wie Smartphones, tragbare Technologien und spezielle Software.“ 
Gleichzeitig achtet Cogniant auf ethische Vielfalt, gesundheitliche Chancengleichheit und eine vielfältige Patientenpopulation. „Hiermit suchen wir nach integrativen Lösungen, die für eine vielfältige Bevölkerung konzipiert sind“, fügt Neeraj hinzu.

Wie waren eure Erfahrungen bei dem X-Linker: „Digital Health for Pharma“?

„Vorweg muss ich hier dem ganzen 5-HT Team für das reibungslose Veranstalten des Events danken”. Darüber hinaus sah Neeraj in der Teilnahme eine Menge Vorteile für Cogniant: „Einerseits waren die Treffen mit all den Pharmaunternehmen, denen wir unsere Lösung präsentieren durften, sehr wertvoll. Andererseits half uns das Feedback, das wir von dem 5-HT X-Linker Team erhalten haben, enorm weiter. Denn sein Geschäftsmodell so zusammenzufassen, dass es innerhalb von nur 4 Minuten gepitcht werden kann, ist nicht einfach. Das Coaching von 5-HT half uns dabei, die wichtigsten Aspekte von Cogniant hervorzuheben. 

Wir hoffen, dass der Schwung, den wir aus dem Event mitnehmen konnten, uns auch in Zukunft erhalten bleibt“, betont Neeraj. 

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Derzeit sind neue Kunden, Mitarbeiter und Investoren die drei Hauptanliegen des jungen Gesundheitsstartups. Neeraj ergänzt: „Als pharmazeutisches Unternehmen möchten wir Partnerschaften mit anderen internationalen Pharmaunternehmen eingehen, um weltweit zu expandieren. 
Wir sind davon überzeugt, dass 5-HT uns dabei helfen kann besser in Europa zu skalieren. Weitere Chancen der Zusammenarbeit sehen wir darin, mit unterschiedlichen Playern aus verschiedenen Regionen in Kontakt zu kommen, um so unsere Präsenz entsprechend zu steigern. Letztlich möchten wir unser Team erweitern und sehen auch in diesem Punkt die Unterstützung von 5-HT als wertvoll an.“ 

Auch die Teilnahme am 5-HT X-Linker „Digital Health for Pharma“ legte für Cogniant die Weichen neu. Für Neeraj war „der X-Linker ein erster Schritt von vielen weiteren Schritten“. 

5-HT ist ebenso wie Cogniant gespannt, wo die Reise hingeht und freut sich zum Erfolg beizutragen.

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