Mit Nano-Beschichtung die Wasserstoff-Revolution beschleunigen

Katharina Kittelberger

Startup Stories

Für eine erfolgreiche Energiewende muss der Einsatz fossiler Brennstoffe zurückgefahren werden. Naco Technologies sieht grünen Wasserstoff schon heute als den Energieträger an, der Gas und Öl zukünftig ersetzen wird. Die Mission des im Jahr 2020 gegründeten, lettischen Startups ist die Entwicklung hochwertiger Lösungen auf Grundlage neuer Materialien, wie innovativer Beschichtungstechnologien, womit Energie künftig klimaneutral und nachhaltig wird.

So findet Aleksandrs Parfinovičs, Chief Executive Officer, dass der Markt „hungrig nach neuen Technologien ist. Deswegen kommt die Gründung von Naco Technologies genau richtig.“ Ebenso die Kooperation mit 5-HT, welche nach unserem X-Linker H2 Event 2021 begann. Hierzu erinnert sich Aleksandrs: „Das war der bisher intensivste Tag während meiner gesamten Startup-Tätigkeit.“ 

Naco Founder_Aleksandrs Parfinovics 
Naco Founder Aleksandrs Parfinovics 

Im Interview mit 5-HT erklärt er uns, wie die Technologie von Naco Technologies den Markt bereichern kann, welche Rolle 5-HT hierbei einnimmt und was unser X-Linker H2 Event nach sich zieht.  

Neues Startup, altes Team: Was war die Motivation sich dem Wasserstoff-Bereich zu widmen?

„Unser Team arbeitet bereits seit acht Jahren zusammen. Angefangen haben wir im Automobilbereich, wo wir vor einigen Jahren unsere innovativen Lösungen zur Reibungsreduktion an die deutsche Schaeffler Group verkaufen konnten. Das war ein großer Erfolg“, so Aleksandrs. „Weil wir als Team harmonieren, war nach dem Verkauf schnell klar, dass wir die gemeinsame Arbeit auch weiterhin erhalten möchten“, fügt er hinzu. 

Als die EU-Kommission vergangenes Jahr ankündigte, dass Wasserstoff ein entscheidender Faktor in der europäischen Entwicklungsstrategie sein wird, fühlten wir uns angesprochen.

In diesem „Call-to-Action“ sah Aleksandrs mehr als nur die Gründung eines neuen Startups: „Schnell erkannten wir, wie weitreichend die positiven Effekte in diesem Bereich gehen. Sowohl für den europäischen als auch den internationalen Wasserstoffmarkt.“ 

Der Fokus von Naco Technologies liegt besonders auf den Nano-Beschichtungen, welche Wasserstoffsysteme künftig robuster und entsprechend attraktiver machen.

Was genau sind Nano-Beschichtungen? Womit beschäftigt sich Naco Technologies in diesem Zusammenhang?

„Prinzipiell sind Nano-Beschichtungen eine sehr dünne Schicht, die in Nanometern gemessen werden. Besonders an unserer Technologie ist, dass diese bis zu zehn Mal schneller als herkömmliche Nano-Beschichtungstechnologien arbeitet.  Das hat selbstverständlich viele Vorteile, wie beispielsweise eine höhere Produktivität, eine bessere Beschichtungsstruktur oder niedrigere Kosten“, betont er. 

Womit genau sich das Team beschäftigt, erläutert Aleksandrs folgendermaßen: „Unsere Lösung besteht darin grünen Wasserstoff als neue Energiequelle erschwinglicher zu machen. Heutzutage ist das katalytische Verfahren, mit dem sauberer Wasserstoff aus Wasser gewonnen wird, nicht nur teuer, sondern auch abhängig von edlen Materialien. Unser entwickeltes System wird für beides genutzt, Wasserstoffproduktion und -Verbrauch“, führt er weiter aus. 

Wasserstoff ist sehr aggressiv. Darum entwickeln wir Nano-Beschichtungen, um alle Hauptkomponenten von Wasserstoffproduktions- und Wasserstoffverbrauchssystemen zu schützen.

Naco Technologies entwickelt so spezielle Nano-Beschichtungs-Lösungen sowie neue Materialien, die den Bedarf an Platin und anderen teuren Materialien bei der Herstellung und Nutzung von Wasserstoff ersetzen.

Die Naco Beschichtungslösung
Die Naco Beschichtungslösung

Das Ergebnis hiervon: Die Systeme werden günstiger, aber auch robuster, wodurch diese für eine längere Zeit einsatzfähig bleiben. 

Wer genau profitiert von eurer Innovation? Definiert eure Zielgruppe.

„Vor allem Unternehmen, die Elektrolyse- und Brennstoffzellen herstellen, können unsere Innovation nutzen“, so Aleksandrs. „Wir bemerkten nicht nur, dass dieser Industriesektor sehr schnell wächst, sondern auch, dass immer mehr große Unternehmen aus der Automobil-, Elektronik-, Luft- und Energieindustrie hinzukamen. Unsere Technologie bietet Lösungen mit sicherem IP und fertigen Industrialisierung. Außerdem führt sie dazu, dass unsere Zielgruppe sofort mit der Skalierung der Wasserstoffsystemproduktion beginnen kann - und das ohne Material- oder Wettbewerbsbeschränkungen.“ 

In diesem Zusammenhang hat Naco Technologies bereits eine Reihe erfolgreicher Pilotprojekte durchgeführt. Hierbei bestätigte sich, wie die Leistung von Wasserstoffsystemen durch deren Bereitstellung von einzigartigen Materialrezepten und Beschichtungslösungen verbessert und die Kosten gesenkt werden können.  

Diese positive Rückmeldung bestärken uns darin andere Unternehmen dabei zu unterstützen, deren Wasserstoffsysteme günstiger und gleichzeitig robuster zu machen.

Aus diesem Grund wird sich das junge Startup auch in Zukunft auf diese Zielgruppe fokussieren. 

Wie könnt ihr mit der Kombination aus Wasserstoff und Nano-Beschichtungen nun Geld verdienen?

„Im Wesentlichen besteht die Idee darin Komponenten mittels Nano-Beschichtung herzustellen. Der Kunde profitiert hiervon, weil er durch den Wechsel von einer altmodischen zu einer neuen Technologie die teuren Materialien einspart, wodurch seine Kosten gesenkt werden. Das macht deren Produkt automatisch wettbewerbsfähiger, wovon wir alle selbstverständlich profitieren“, führt er weiter aus. 

Wasserstofflösungen gewinnen aktuell enorm an Popularität. Was unterscheidet Naco Technologies von seinen Wettbewerbern?

"Insgesamt wächst der Markt für grünen Wasserstoff und seine entsprechenden Systeme enorm schnell. Es wird erwartet, dass in 30 Jahren etwa 15 % des Energiemarktes mit grünem Wasserstoff versorgt sein wird.“

Das rasante Wachstum im Bereich Wasserstoff ist vergleichbar mit der explosionsartigen Entwicklung von IT in Zeiten der COVID-19-Pandemie.

Trotzdem hat Naco Technologies in Bezug auf seine Nano-Beschichtung für Wasserstoffsysteme bisher noch keine dominanten Wettbewerber. Insbesondere, weil dieser Bereich noch am Anfang der Marktentwicklung steht.

Schnelles agieren und sich dem Markt anpassen sind Kernattribute eines Startups. Was sind eure Pläne für die nächsten fünf Jahre?

„Aktuell bezeichnen wir uns als Zentrum für Forschung und Entwicklung, denn primär entwickeln wir neue Beschichtungs-Rezepte und Materialien. Auch wenn dieser Teil für ein Unternehmen selbstverständlich wichtig ist, so möchten wir, dass unser Geschäft in den kommenden Jahren zum Großteil mit der Produktion von Beschichtungskomponenten für Wasserstoffsysteme tätig wird.“

Wo seht ihr in diesem Zusammenhang die Anwendungsbereiche eurer Technologie in der Chemie- und Gesundheitsindustrie? 

"Natürlich ist die Arbeit mit grünen Wasserstoffsystemen bereits hundertprozentig Chemiebasiert. Das Schöne hierbei in Bezug auf den Gesundheitsbereich ist, dass der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf grünen Wasserstoff gleichzeitig die Gesundheit aller verbessern wird. Insofern wirkt sich unsere Arbeit indirekt auf die Gesundheit aus“, schmunzelt er. 

Die Teilnahme an unserer X-Linker H2 Veranstaltung war der Startschuss unserer Kooperation. Wie waren eure Eindrücke? Was erhofft ihr euch von der zukünftigen Zusammenarbeit?  

„Im Nachhinein betrachtet schätzen wir uns glücklich, als eines von mehreren Startups ausgewählt worden zu sein, die die Gelegenheit hatten sich bei diesem Event zu präsentieren“, betont Aleksandrs. „Im Kern hat die Veranstaltung bereits repräsentiert, wofür 5-HT steht, nämlich junge, innovative Unternehmen dabei zu unterstützen Kontakte zu großen Unternehmen zu knüpfen.“ 

Wir raten jedem Startup mit 5-HT zu kooperieren. Besonders der X-Linker H2 ist ein gutes Beispiel für einen gut organisierten, fortschrittlichen Ansatz, der junge mit etablierten Unternehmen zusammenbringt.

Das war auch bei Naco Technologies der Fall: „In wenigen Stunden tauschte ich mich mit neun großen Unternehmen aus. Das war herausfordernd, aber auch effektiv, denn mit den meisten arbeiten wir weiterhin zusammen oder besprechen eine mögliche Zusammenarbeit. Somit war die Teilnahme insgesamt ein großer Erfolg, denn es ist nicht leicht auf eigenen Wegen den Kontakt zu den großen Unternehmen aufzubauen, die beispielsweise im Netzwerk von 5-HT sind.

Generell war die Zusammenarbeit 5-HT voller interessanter und angenehmer Erfahrungen. Deren Art und Weise Kontakte herzustellen hat sich als effiziente Methode erwiesen. 

Wir freuen uns auf mehr.“ 

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