Ganzheitlich gesund Denken mit Kianava

Katharina Kittelberger

Startup Stories

Das im Jahr 2020 gegründete Startup Kianava bietet eine telemedizinische Plattform für ganzheitliches, medizinisches Coaching, um die Gesundheit von Menschen mit chronischen Krankheiten zu verbessern. In Berlin ansässig wendet ein Team aus Ärzten und Therapeuten wissenschaftlich validierte Ansätze an, um Patienten bestmöglich zu helfen. 

So betont Saman Hashemian, Mitbegründer von Kianava, dass „unser digitales Gesundheitsprogramm auf einer einzigartigen Kombination aus fundierten Methoden der Schulmedizin, evidenzbasierten Naturheilkunde und Mind-Body-Medizin aufbaut. Dadurch erzielen wir einen neuen Blickwinkel auf die Krankheitsbewältigung.“

Im Interview mit 5-HT erläutert er, wie Kianava chronisch Kranke bei einer langfristig positiven Lebensstilveränderung unterstützen kann.  

Saman Hashemian, Mitbegründer von Kianava

Der Lebensstil vieler Deutscher ist ungesund: Die Gründung von Kianava

Beruflich ist Saman seit langem im Bereich Fitness und Gesundheit tätig. Doch weil Sport allein nicht zu einer gesunden Lebensweise führt, richtet er seinen Fokus insbesondere auf die Ernährung. „Hier habe ich schnell erkannt, dass Deutsche eher zu schnellem, günstigem und gleichzeitig ungesundem Essen tendieren.“

Statistisch gesehen ist auch Stress zum zentralen Bestandteil einer ungesunden Lebensweise geworden: „Dieser hat in den vergangenen 50 Jahren enorm zugenommen. Hinzu kommen Faktoren wie zu wenig Bewegung und Schlaf. All diese zusammengenommen können erwiesenermaßen eine chronische Krankheit bedingen, auslösen oder fördern.“ Um dieses Problem zu lösen, schlussfolgerte Saman, dass genau diese Menschen mit chronischen Beschwerden doch ein Interesse daran haben müssten, etwas an ihrer Situation zu ändern. 

Kianava’s Konzept einer ganzheitlichen Patientenversorgung

Die Zielgruppe: Chronisch Kranke, doch wer ist das eigentlich?

„Gegensätzlich der Erwartung sind nicht nur Menschen im hohen Alter von chronischen Erkrankungen betroffen. Oftmals beginnt es schon bei den 30-jährigen. Somit adressiert unser Konzept primär Menschen, die seit Jahren unter chronischen Beschwerden leiden, weil deren Krankheit bisher nicht bewältigt werden konnte“, fasst er zusammen. 
Nach intensiver Auseinandersetzung mit diesem Thema erkannte Saman schnell, dass chronische Erkrankungen viel häufiger als bisher angenommen vorkommen: 

Ich war schockiert als ich gesehen habe, dass 40 Prozent der Deutschen unter chronischen Beschwerden leiden. Das sind über 30 Millionen Menschen.

Die Ambition von Kianava ist es, diese Zahl drastisch zu senken. Mit einem Kundenstamm, der aktuell zu 80 Prozent aus Frauen zwischen 30 und 50 Jahren besteht, beginnen sie mit dieser Umsetzung.

Wie nutzen eure Patienten Kianava?

„Der populärste Weg ist zu Beginn ein digitales Gespräch mit einem unserer ganzheitlich ausgebildeten Fachärzte zu führen. In diesem wird in erster Linie das primäre Problem des Patienten definiert und ein medizinisch sinnvolles Vorgehen ausgearbeitet. Dabei führt der Arzt eine tiefe Anamnese durch, bei welcher er nicht nur nach den aktuellen Beschwerden fragt, sondern sich auch nach Ereignissen aus der Vergangenheit erkundigt.“
Bemerkenswert ist hierbei, dass sich die Ärzte für das Erstgespräch bis zu einer vollen Stunde Zeit nehmen, denn: 

Durchschnittlich haben Ärzte 7 Minuten für ein Patientengespräch Zeit. Nicht genug, um dem Ursprung von Beschwerden auf den Grund zu gehen.

Nachfolgend wird ein Gesundheitsplan aufgestellt und der Start eines Gesundheitsprogramms eingeleitet. Bei diesem führen die Patienten weiter regelmäßig Folgegespräche mit Ärzten und Therapeuten. 

Der Gesundheitsplan: Zentrales Element im Coaching

Auf Grundlage der monatlichen Arztgespräche wird der Gesundheitsplan entsprechend aktualisiert. Diesen können die Patienten jederzeit in der Web-App abrufen und erhalten darüber hinaus die Möglichkeit unbegrenzt mit ihrem Arzt oder Therapeuten zu chatten.  

Dabei basieren alle Empfehlungen stets auf den jeweiligen Ressourcen und Lebensrealitäten der Patienten. „Denn nur so können diese schnell und einfach in den Alltag integriert werden. Beispielsweise braucht jemand, der Kinder hat, einen stressigen Job hat oder viel auf Reisen ist andere Empfehlungen als jemand mit einem anderen Lebensstil“, so Saman.

Die Technologie nutzen, um die Medizin wieder menschlicher zu machen

Kianava ist keine herkömmliche digitale Gesundheitsanwendung (DiGA), denn die Web-App basiert nicht auf Algorithmen oder Software. So betont Saman, dass „unsere Empfehlungen immer von Menschen kommen. Es gibt keine Technologie, die im Hintergrund läuft und Empfehlungen an Patienten ausgibt.“ 

Genau das macht Kianava in seiner Anwendung einzigartig, denn bislang gibt es europaweit keine Plattform, auf der sich Ärzte mit Therapeuten verbinden können, um Patienten über einen längeren Zeitraum zu behandeln und zu begleiten. „Dabei haben wir dieses Konzept nicht neu erfunden, denn an einigen deutschen Kliniken werden Patienten seit über 20 Jahren in dieser Form behandelt. Wir haben dieses Konzept nun aber erfolgreich in die Onlinewelt gebracht.“ 

Das Kianava Programm – Jederzeit kündbar

„Unsere Patienten sind Selbstzahler. Dafür, dass diese ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen, zahlen sie bei unserem 6-Monatsprogramm einen monatlichen Betrag in Höhe von 149 €. Erstgespräche liegen bei 99 €.“ 

Jedoch betont Saman, dass Kianava keine elitäre Medizin aufbauen möchte, sondern langfristig darauf abzielt, in die Regelversorgung zu kommen. „Wir sehen uns als eine Ergänzung zum konventionellen Gesundheitssystem, denn eigentlich haben wir in Deutschland eines der weltweit besten medizinischen Systeme. Gleichzeitig ist es aber auch eines der teuersten und Ärzte haben für die persönliche, ganzheitliche Behandlung ihrer Patienten schlichtweg nicht die Zeit. 
Aus diesem Grund denken wir bei Kianava interaktiv und möchten Brücken bauen.“ 

Ein in Deutschland einzigartiges Team

„Aktuell sind wir 25 Mitarbeiter. Auf unser medizinisches Team aus Ärzten und Therapeuten sind wir dabei enorm stolz. In der Vergangenheit sind bei uns bereits Anfragen von Kliniken eingetroffen, die ihre Patienten durch unser Team weiter betreuen lassen möchten.“ 

Gleichzeitig beschreibt Saman die Unternehmenskultur bei Kianava als menschlich und verständnisvoll. „Uns ist es wichtig, den Lebensstil, den wir an unsere Patienten vermitteln, auch intern zu leben. Denn es wäre ironisch, nach außen Ruhe und Ausgeglichenheit zu predigen, wenn das Team gleichzeitig gestresst ist und bis tief in die Nacht arbeitet.“ 
Aus diesem Grund hat Kianava auch die vier-Tage-Woche eingeführt: „Das führt zu einer ausgeglichenen Atmosphäre, die sehr produktiv ist.“ 

Zusammenfassend: Ein Hub von Menschen, für Menschen

Bereits ein Jahr nach der Gründung kann Kianava schon erste Patientenerfolge vorweisen: „Diese waren teilweise wirklich unglaublich. Allgemein bekommen wir viel positives Feedback und sehen den Zuspruch auch an der wöchentlich steigenden Patientenanzahl. Darüber hinaus führten wir bereits erfolgreiche Gespräche mit großen Krankenversicherungen, womit wir unserem Ziel, eines Tages in die Regelversorgung zu kommen, deutlich näher gerückt sind.“  

Von der Zusammenarbeit mit 5-HT erhofft sich Saman primär das Netzwerk hinsichtlich Versicherungen und Investoren zu nutzen: „Hier gefällt uns besonders, dass diese sich primär auf nachhaltige Unternehmen konzentrieren. 

Denn nur durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die unsere Philosophie teilen, erreichen wir unser Ziel.“ 

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