Fatigue besser verstehen – mit der Fimo App

Katharina Kittelberger

Startup Stories

Fatigue ist ein körperlicher, geistiger und seelischer Erschöpfungszustand, welcher unabhängig von Belastungsphasen auftritt. Weil auch Ruhe- und Schlafphasen keine Erholung bringen, erschwert Fatigue den Betroffenen die Bewältigung des Alltags und mindert die Lebensqualität. 
Um diese Krankheit samt Einflussfaktoren besser zu verstehen, gründete Alexander Krawinkel, Managing Director, gemeinsam mit zwei Kollegen im Jahr 2019 das Health Tech Startup Fimo Health. In Köln ansässig entwickelte das junge Team die innovative Fimo App, mit der Betroffene von Fatigue verschiedene Umwelt- und Vitalparameter messen können. Durch eine anschließende Datenauswertung und -analyse wird den Betroffenen geholfen, mit deren individueller Fatigue proaktiv umzugehen.

Laut Alexander ist das primäre Ziel der Fimo App, dass „jeder von Fatigue Betroffene einen Helfer an seiner Seite hat.“ Im Interview mit 5-HT gibt er spannende Einblicke in die Entwicklung der Fimo App hin zu einem Medizinprodukt, wie deren App heute kurz vor dem Go-live steht und welche Rolle 5-HT für eine anhaltende Erfolgsstory spielen kann.

 Alexander Krawinkel, Managing Director des Health Tech Startup Fimo Health

FimoHealth - eine digitale Lösung für das Management von Symptomen

Den genauen Lösungsansatz erläutert Alexander folgendermaßen: „Bei chronischen Erkrankungen wie Krebs, Multiple Sklerose (MS) oder Long COVID erheben die Betroffenen mit der Fimo App und einer Smartwatch relevante Einflussfaktoren. Ziel davon ist es, Faktoren, die eine Fatigue potenziell auslösen, zu erkennen. Das können sowohl Bewegung, Schlaf und Hitze, als auch Temperatur, Licht oder Lärm sein. Indem wir diese unterschiedlichen Einflussfaktoren mit wissenschaftlichen Tests innerhalb der App kombinieren, können wir den Betroffenen dabei helfen, eben diese Faktoren genau zu erfassen.“ 

Gemeinsam mit renommierten Forschern an Universitäten und Ärzten haben wir die Fimo App entwickelt. Mit dieser können Patienten in weniger als drei Minuten pro Tag deren Fatigue erfassen.

Entsprechend kann FimoHealth mittels der erhobenen Daten den Betroffenen beim proaktiven Umgang mit den Symptomen helfen, wertvolle Insights zur Verfügung stellen und Kostenersparnisse für Versicherungen generieren. So hält Alexander zusammenfassend fest: „Wir können verschiedene positive Versorgungseffekte erzielen, wie beispielsweise die Medikamenten-Compliance zu erhöhen, einen präventiven Gesundheitsstil herbeizuführen oder generell die Lebensqualität zu steigern.“ 

Die Fimo App – ein digitaler Helfer für Betroffene von Fatigue

Die Zielgruppe: Patienten und Krankenversicherungen

„Fimo Health richtet sich primär an Betroffene von Fatigue. Weil diese die App kostenfrei nutzen sollen, sind unsere Kunden zumindest in Deutschland überwiegend Versicherungen und Pharmaunternehmen. Wir bezeichnen das auch als klassischen Krankenkassen-Case: die App steht den Versicherten unentgeltlich zur Verfügung und für jede Nutzung eines Versicherten wird uns ein Betrag-X ausgezahlt“, so Alexander. Doch für die Zukunft sind bereits weitere Wege der Kommerzialisierung geplant: „Perspektivisch können wir uns jedoch vorstellen, in Märkten wie der USA oder dem UK mehr in Richtung eines Konzepts aus Selbstzahlern zu gehen und dort auch andere Modelle, wie B2C, zu etablieren. Daneben wollen wir in der Zukunft beispielsweise noch Konzerne im Bereich BGM oder Forschungsinstitute erreichen“, erklärt er.

Was die Fimo App einzigartig macht:

Während der App-Entwicklung hat FimoHealth viel Wert daraufgelegt, die Zielgruppe in den Entwicklungsprozess miteinzubeziehen. Hinzu kommt die Berücksichtigung von vielerlei Aspekten, welche die spätere Anwendung optimal gestalten sollten. Einer hiervon ist die intuitive Nutzung der App: „Gleich nach dem Download werden die Patienten vorab eingearbeitet. Damit soll erreicht werden, dass diese möglichst schnell und ohne weitere Unverständlichkeiten mit der App arbeiten können“, betont Alexander. 

Eine Lösung wie die von Fimo Health muss Patientenzentriert entwickelt werden, sonst funktioniert sie nicht. Der bisher positive Zuspruch von verschiedensten Seiten bestärkt uns dabei in unserer Arbeit.

Darüber hinaus hebt sich die Fimo App durch deren Datenerhebungsansatz von der Konkurrenz auf dem Markt ab: „Wie bereits erwähnt erheben wir ein breites Spektrum an Umgebungsparametern – in dieser ausgeprägten Form gibt es bisher keine vergleichbare Lösung. Hinzu kommt, dass die Daten der Patienten sicher auf deutschen Servern gemäß der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gespeichert werden“, betont Alexander. 
Zusätzlich hilft ein in der App integriertes Symptomtagebuch den Patienten dabei, deren Einflussfaktoren im Blick zu behalten. „Aber auch der Medikamenten-Tracker unterstützt die Nutzer dabei, immer an die pünktliche Einnahme der Medikamente zu denken“, fügt er hinzu.  

Schlussendlich kann dank der Fimo App die Fatigue nicht nur reduziert, sondern auch nicht-medikamentöse Therapien ermittelt werden.

Vor allem das einzigartige Team hinter Fimo Health sorgte für den bisherigen Erfolg des jungen Startups 

Die Fimo App soll ab dem 1. Quartal 2022 verfügbar sein. Was sind konkrete Pläne nach dem Go-live?

„Sobald die App auf den Markt kommt, wird der Fokus vorerst auf Krankheiten wie Multiple Sklerose (MS) und Long COVID liegen. Für die Zukunft planen wir, dass noch weitere Krankheitsbilder, wie onkologische oder rheumatische Versionen hinzukommen. Im weiteren Verlauf planen wir neben einer Internationalisierung, auch Lösungen wie White-Label oder Sicherheitstechnische Kontrollen (STK) ein, die sich an Pharmakonzernen und Versicherungen orientieren.“ 

Darüber hinaus soll den Nutzern in Zukunft ein individuell zusammengestelltes Angebot aus verschiedenen Möglichkeiten, wie Achtsamkeits- und Bewegungstrainings, angeboten werden. Dabei erleichtert die diverse Aufstellung des dreizehnköpfigen FimoHealth-Teams eine Vertiefung in die verschiedensten Bereiche: „Wir vereinen wir eine Vielfalt an Spezialisierungen: Ärzte, Psychologen, Statistiker, IT’ler, Ingenieure sowie Business und Marketingexperten sorgen dafür, dass wir breit aufgestellt sind“, so Alexander. Trotz einer professionellen, internen Aufstellung hatte das junge Startup mit Gegenwind, unter anderem aus der Politik, zu kämpfen.  

Die zentrale Herausforderung auf dem Weg zum Medizinprodukt

Insbesondere die politische Regulatorik hat die Fimo App bei der Entwicklung bis hin zum Medizinprodukt gehemmt: „Aktuell müssen wir die gleichen regulatorischen Auflagen wie die eines Medikaments erfüllen. Das ist aus unserer Sicht jedoch nicht vergleichbar, denn ein Medikament falsch einzunehmen hat viel weitreichendere Auswirkungen, als unsere Fimo App inkorrekt zu nutzen“, erklärt er. 
Darüber hinaus hebt Alexander den generellen Aufholbedarf der Digitalisierung im Gesundheitsbereich hervor: „Hier gibt es immer noch viel zu tun. Ganz konkret fehlt es uns beispielsweise an einer standardisierten Schnittstelle, mit der wir Daten an Ärzte oder Versicherungen spielen können. Die Tatsache, dass hier jeder mit seinem eigenen Informationssystem arbeitet, macht es für uns unmöglich, die Daten vernünftig teilen zu können. Deswegen wäre es hilfreich, einheitliche Standards zu definieren, die diesen Weg Software-freundlicher gestalten“, so Alexander. 

Das Netzwerk von 5-HT als Kontaktvermittler

Alexander beschreibt die bisherige Zusammenarbeit mit 5-HT als „sehr angenehm. Die ausschließlich digitalen Prozesse und das kompakte 5-HT Team haben die bisherigen Abstimmungen unkompliziert gestaltet. Eine unserer größten Hoffnungen für die Zukunft ist es noch weitere Unternehmenspartner kennenzulernen, oder gegebenenfalls einen erleichterten Zugang zu Investoren zu erhalten. Tendenziell am meisten profitieren wir deswegen wahrscheinlich von dem 5-HT-Netzwerk, mit seiner Vielfalt an verschiedenen Partnern aus der Chemie- und Gesundheitsindustrie“, fasst Alexander abschließend zusammen. 

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