Wie Sie Ihre Gerätedaten auf einfache Weise vereinheitlichen

Für Unternehmen in der gesamten Fertigungsindustrie ist der Prozess der Datennormalisierung eine der wichtigsten Herausforderungen, wenn es um die Skalierung von Lösungen für das industrielle Internet der Dinge (Industrial Internet of Things, IIoT) geht. Häufig ist es sehr zeitaufwändig, heterogene Daten von verschiedenen Arten von Geräten in ein einheitliches Format umzuwandeln, das für die Bereitstellung von KI-Lösungen benötigt wird. Omnio, ein in Kopenhagen ansässiges Partner-Startup von 5-HT, hat eine Lösung entwickelt, die den Prozess der Datennormalisierung beschleunigt. „Durch das Lesen der Handbücher von Tausenden von Industriegeräten haben wir eine riesige Wissensbibliothek aufgebaut, die Ihnen hilft, Ihre Daten gebrauchsfertig auf jeder Plattform bereitzustellen“, sagt Mikkel Schönherr Thøgersen, Mitbegründer und COO von Omnio. In diesem Interview erklärt er, wie sein Startup es Fertigungsunternehmen ermöglicht, ihre IIoT-Lösungen einfach zu skalieren.

Mikkel Christian Sørensen und Mikkel Schönherr Thøgersen gewinnen den SEED Discovery Day 2017
Mikkel Christian Sørensen und Mikkel Schönherr Thøgersen gewinnen den SEED Discovery Day 2017

Wie ist die Idee zu Omnio entstanden?

Im Jahr 2009 kam ich zum dänischen Logistikunternehmen Maersk, wo ich mich mit Mikkel Christian Sørensen zusammenschloss, der später mein Mitbegründer wurde. Er hatte die Idee, alle Kühlcontainer von Maersk mit dem Internet zu verbinden, um ihre genaue Position zu bestimmen und eine vorausschauende Wartung zu ermöglichen. 2009 war das Industrial Internet of Things (IIoT) noch nicht sehr weit entwickelt, so dass wir all die verschiedenen Schichten und Komponenten selbst aufbauen mussten. Auf diese Weise wurde Maersk’s „Remote Container Management“ zu einer der damals weltweit größten IIoT-Lösungen. Noch heute verbindet es alle Kühlcontainer von Maersk auf der ganzen Welt. Wir waren eines der ersten Teams, das eine IIoT-Lösung zu einer globalen Lösung skaliert hat und dabei auf alle Herausforderungen gestoßen ist, mit denen Sie bei der Skalierung konfrontiert sind.

Was sind die Herausforderungen, die Ihr bei der Skalierung Eurer Lösung erlebt habt?

Da Maersk viele verschiedene Containertypen von verschiedenen Herstellern verwendete, bestand eine unserer größten Herausforderungen darin, die Daten so zu normalisieren, dass sie von einer Anwendung genutzt werden können. Für diesen Prozess benötigten wir etwa ein Jahr. Bald erfuhren wir, dass wir nicht die Einzigen waren, die Probleme hatten, Daten aus den Geräten zu normalisieren – dies war ein Problem, das in verschiedenen Branchen auftrat. Beispielsweise können verschiedene Geräte die gleiche Sache messen, während sie verschiedene Einheiten verwenden. Wenn Sie eine Überwachungs-, Energieverwaltungs- oder Prozessoptimierungslösung implementieren möchten, müssen Sie anfangs oft viel Zeit auf die Normalisierung aller Daten aus Ihren verschiedenen Geräten verwenden. Als wir sahen, dass dies ein allgemeines Problem war, beschlossen wir, es nicht nur für uns, sondern für alle anderen zu lösen. Aus diesem Grund haben wir Anfang 2017 Omnio gegründet. Nachdem wir eine Reihe von Pitch-Wettbewerben gewonnen hatten, wurden wir eingeladen, im Sommer 2017 am Techstars New York City Accelerator teilzunehmen, wo wir viele interessante Unternehmen wie SAP kennen lernten. Heute arbeiten rund 20 Personen für unser Startup in Kopenhagen.

Wer sind Eure Kunden?

Wir bedienen kleine, mittlere und große Unternehmen, hauptsächlich aus europäischen Ländern, aber auch weltweit. Unsere Kunden sind Unternehmen der gesamten verarbeitenden Industrie, z.B. Chemieunternehmen oder Versorgungsunternehmen. Sie verfügen in der Regel über eine Vielzahl von Industrieanlagen, weshalb es für sie sinnvoll ist, ihre Anlagen zu optimieren, beispielsweise durch Fernüberwachung, vorausschauende Wartung oder Energiemanagementlösungen. In vielen Fällen haben unsere Kunden jedoch die Erfahrung gemacht, dass sie versucht haben, eine IIoT-Lösung zu implementieren, aber in Pilotprojekten stecken geblieben sind, weil ihnen die Skalierung sehr schwer fiel. Wenn ein Kunde zum Beispiel ein Energiemanagementsystem implementieren will, das ihm eine Energieeinsparung von 15 % verspricht, darf die Lösung nicht zu teuer in der Einführung werden – sonst nimmt sie ihm den Nutzen. Mit Omnio sind wir in der Lage, die Implementierung von IIoT-Lösungen drastisch zu beschleunigen. Die Normalisierung der Daten, für die wir bei Maersk anfangs ein Jahr gebraucht haben, könnten wir jetzt innerhalb weniger Wochen bewerkstelligen. Indem wir die Kosten der Datennormalisierung senken, machen wir IIoT-Lösungen für die Branche erschwinglich und profitabel.

Wie schafft es Omnio, den Prozess der Datennormalisierung zu beschleunigen?

Durch die Lektüre der Handbücher von Tausenden von Industriegeräten wie Frequenzumrichtern, Zählern oder PLC’s haben wir alle relevanten Informationen identifiziert und eine umfangreiche Bibliothek mit Wissen über die individuellen Kommunikationsprofile der verschiedenen Geräte aufgebaut. In diesen Profilen bilden wir verschiedene Arten von Gerätedaten ab, einschließlich der Formate und Einheiten, in denen die Daten geliefert und angefordert werden. Diese Bibliothek bildet die Grundlage unserer Softwarelösung, die Rohdaten sammelt und sie einheitlich und gebrauchsfertig auf jeder Plattform, Anwendung oder jedem Datenspeicher liefert. Wir haben Integrationen für ThingWorx und Azure IoT entwickelt, aber wir können unseren Kunden auch dabei helfen, unser Produkt mit Hilfe standardisierter APIs in jede beliebige Cloud zu integrieren.

Wie funktioniert der Prozess für Eure Kunden?

Zuerst haben wir ein technisches Treffen, um die Lösungen unserer Kunden zu verstehen und unser Produkt vorzustellen. Die Software ist sehr einfach zu bedienen: Unser Kunde erhält eine Schnittstelle, über die er einfach die Geräte auswählen kann, die er anschließen möchte. Dies dauert vielleicht 30 Sekunden pro Gerät. Die Verwendung von Omnio als Middleware in ihren eigenen Lösungen ermöglicht es unseren Kunden, die Daten aus ihren Industriegeräten innerhalb weniger Tage zu vereinheitlichen, im Vergleich zu den Monaten oder sogar Jahren, die heute oft für Datennormalisierungsprojekte benötigt werden.

Was sind Eure nächsten Pläne für die weitere Entwicklung von Omnio?

Was die Technologieentwicklung betrifft, so arbeiten wir derzeit an einigen interessanten neuen Funktionen. Im Moment muss der Benutzer der Lösung mitteilen, welche Art von Geräten er anschließen möchte, aber in Zukunft wollen wir, dass unsere Lösung die Geräte automatisch erkennt und anschließt. Was die Geschäftsentwicklung betrifft, so wollen wir unsere Beziehung zu einer Reihe von Fortune-500-Unternehmen, mit denen wir bereits zusammenarbeiten, weiter ausbauen. Darüber hinaus streben wir eine globale Expansion an, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Startups als unsere Kunden.

Wie kann 5-HT Euch in dieser Hinsicht helfen?

Bisher haben wir vor allem mit großen und mittleren Unternehmen zusammengearbeitet, aber in Zukunft möchten wir auch kleine Unternehmen und Startups ansprechen. Da sie über relativ wenige Ressourcen verfügen, sind sie von den Herausforderungen der Datennormalisierung noch stärker betroffen als größere Unternehmen. Aus diesem Grund möchten wir Startups und kleinen Unternehmen helfen, ihren Kunden einen besseren Service zu bieten. Da 5-HT bereits ein riesiges Netzwerk von Startups aufgebaut hat, hoffen wir, mit einigen von ihnen zusammenarbeiten zu können. Da derzeit viele Startups an IIoT-Lösungen arbeiten, möchten wir ihnen helfen, ihre Lösungen für ihre Kunden zu skalieren. Darüber hinaus hoffen wir, auch mit großen und mittleren Unternehmen aus dem 5-HT-Netzwerk in Kontakt zu treten und sie bei der Erreichung ihrer Ziele mit IIoT zu unterstützen.


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