„Wir möchten die Risiken minimieren”

Katharina Kittelberger

Community News

Unterstützung, die Gold wert ist; genau diese bietet der israelische Inkubator Gold Ventures Investments (GVI). GVI verfolgt seit seiner Gründung im Jahr 2015 das Ziel, potenzielle innovative Lösungen basierend auf den jeweiligen Marktbedürfnissen ausfindig zu machen und junge Unternehmen dabei zu unterstützen ihre Produkte und Einheiten auf dem Markt zu etablieren. 

Durch ihren angewendeten Prozess und ihre Professionalität verbessert GVI die Umsetzungsrate von Startups, um erfolgreich Kapital zu beschaffen und in die globale Kommerzialisierung zu expandieren. 

Im Interview mit 5-HT gewährt Kobi Kalderon, CEO und Gründer, spannende Einblicke in die Anfänge sowie Fortentwicklung des weltweit agierenden Inkubators. 

Kobi Kalderon, CEO und Gründer
Kobi Kalderon, CEO und Gründer von Gold Ventures Investments

Über fünf Jahre Forschung in 32 Ländern

„Zwischen 2010 und 2015 führte ich Gespräche mit den verschiedensten globalen Unternehmen, um herauszufinden, wie diese in deren Gründerphase bestmöglich unterstützt werden können“, so Kobi Kalderon. „Genauer fokussierte ich mich auf die Ausarbeitung von Fundraising-Phasen sowie die Gestaltung eines möglichst barrierefreien Markteintritts. Aber auch wie sich jungen Unternehmen möglichst attraktiv gegenüber potenziellen Investoren präsentieren können, zählte zu meinem Forschungsgegenstand.“ 

Im Juni 2018 beschloss Kobi jedoch, das Kerngeschäft von GVI zu ändern und Startups insbesondere bei der globalen Expansion im europäischen Raum zu unterstützen. 

Wir möchten die Brücke hin zu Europa schlagen, um auf dem dortigen Markt Produkte und Unternehmen zu validieren. 

Hauptidee nach der Gründung war es, Startups durch die Unterstützung von Beratern, Mentoren und Experten von Anfang an zu unterstützen, damit diese sich besser auf den Fundraising-Prozess sowie den globalen Markteintritt vorbereiten können.

„Eben hierfür wurde Bridge Venture 360 gegründet.

Diese einzigartige Plattform von GVI kooperiert mit globalen Partnern in 16 Ländern, die auf der Suche nach Innovationen sind. Durch die Zusammenarbeit ermöglichen wir jedem dieser Länder, strategische Operationen aufzubauen, die Unternehmen die auf der Suche nach neuen, disruptiven Produkten sind, nutzen können“, so Kobi. Weiter führt er aus: 

„Durch das Programm können ausländische Märkte eine Vertretung in Israel eröffnen um alle kommerziellen Informationen bezüglich der Länder, die sie vertreten, in Israel bereitzustellen. Damit werden sowohl israelische als auch ausländische Unternehmen angezogen, die ihr Produkt auf den Markt bringen wollen, um Gelder von potenziellen Investoren zu sammeln und umfassende Dienstleistungen von Mentoren und Beratern zu erhalten, um erfolgreich auf den Markt zu gehen.“

Die Hauptaktivitäten, die das Programm des Bridge Venture 360 beinhalten 

Um die Unternehmen in die entsprechenden Märkte zu bringen, von denen GVI glaubt, dass diese zur jeweiligen Technologie sowie den Marktbedürfnissen passen, hat das Team zusätzlich ein breites Investoren-Netzwerk aufgebaut. Dieses beinhaltet Investoren aus Israel, Venture-Capital aus Europa, den USA und Asien.

„Genauer besteht unser Netzwerk aus 31 Expert:innen.

Diese decken die Bereiche von AI, VR/AR, Finetech, Agritech, BlockChain, Life Science sowie Clean Energy ab. Da unsere Experten die Investoren insbesondere bei der Bewertung des Unternehmenspotenzials und der Durchführung der Due Diligence unterstützen, können so auch potenzielle Startups noch besser identifiziert werden. 

Somit tätigen wir nicht nur Investitionen, sondern leisten auch eine spezialisierte, strategische Beratung“, erläutert Kobi Kalderon. „Aktuell betreuen wir Startups von überall auf der Welt, wobei wir insbesondere viele aus dem US-amerikanischen Bereich unterstützen.“ 

Wie können passende Startups mit GVI in Kontakt treten?

“Auf unserer Webseite können sich die Startups unter dem Reiter „Pitch-Now“ direkt für unser Programm bewerben. Dies beinhaltet das Ausfüllen eines Fragebogens, der GVI dabei hilft besser zu beurteilen, ob wir potenziell in das Unternehmen investieren würden sowie das Hochladen einer Pitch-Seite“, erklärt Kobi Kalderon. „Zwei Aspekte sind hier für uns von besonderer Relevanz: Zum einen ein relevanter Tätigkeitsbereich mit überzeugenden Technologien. Zum anderen helfen wir dem Startup dabei zu skalieren.“ 

Diesen Aspekt beschreibt Kobi im Folgenden anschaulich: „Wenn ein Startup beispielsweise statt einem B2B ein B2C Fokus hat oder deren Zielgruppe noch nicht vollständig definiert ist, dann investieren wir trotzdem, wenn deren Tätigkeitsbereich für uns relevant ist.“

Ab welcher Startup-Phase investiert GVI? Wie hoch sind die Investments?

„Wir fokussieren uns auf Unternehmen mit Minimum Viable Products (MVP), nachdem diese durch ein Proof of Concept (POC) oder einem Politprojekt erste Verkäufe an Kunden getätigt haben. Was die Verkaufshöhe betrifft erwarten wir Umsätze um die 10.000 Euro. Außerdem stellen wir im Vorhinein sicher, dass das Produkt einen Markt-Fit hat“, fügt Kobi hinzu. 

Weiter führt er aus: „Nachdem die Startups auf unserer Webseite gepitcht und wir diese selektiert haben, stellen wir sie unseren strategischen Partnern vor. Diese entscheiden dann zusammen mit dem GVI-Investoren-Netzwerk, ob das Investment getätigt werden soll. Wenn die Entscheidung positiv ausfällt, starten wir mit Seed- oder Pre-Seed-Runden von 25.000 Euro bis zu 10 Millionen. Damit unterstützen vor allem Unternehmen von Family Offices und Venture-Capital. Darüber hinaus führen wir auch gerne Investments mit anderen Investoren zusammen durch.“ 

“Dabei liegt unser Fokus stets auf technologiegetriebenen Startups.

Dieser breit gefächerte Bereich bringt uns den Vorteil, ein heterogenes Spektrum an innovativen Ideen zu unterstützen. Nichtsdestotrotz lagen unsere Hauptschwerpunkte bei vergangenen Investitionen auf den Bereichen Energy, Clean Tech, Nachhaltigkeit und Digital Health. Diese Aspekte, sowie alles, was mit AI und Machine learning zu tun hat, sind für uns ausgesprochen relevant.

Natürlich ist der Gesundheits- und Chemiebereich für uns enorm spannend. Wir sind froh, wenn sich uns eine Gelegenheit bietet auch in diesem Sektor Investments durchzuführen."

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