„Wir befähigen Menschen und Unternehmen, ihr bestmögliches Potential zu entfalten“

Laura Reich Diez

Startup Stories

Die digitale Transformation in der Pharma- und Medizintechnik nimmt stetig Fahrt auf. Auch im Produktionsfeld führt der digitale Wandel zu einer weiteren Automatisierung der Prozesse. Kein Wunder also, dass auch der Bedarf an Coaching und Beratung in Automatisierungsfragen und agilen Methoden wächst. Im Interview mit 5-HT sprechen Kristin Levering und Markus Zickermann über das breitgefächerte Dienstleistungsportfolio der Kite IT, welches sich über die drei Bereiche Entwicklung, Consulting und Coaching erstreckt.

Was ist die Idee hinter Kite IT?

Markus Zickermann: Wir sind 3 Gründer: Nils Heimfeld, Swen Stürnerund ich, Markus Zickermann. Gegründet haben wir die Kite IT im Mai 2019 mit dem Branchenschwerpunkt Pharma- und Medizintechnik und der Idee, Unternehmen und Mitarbeiter zu befähigen, das Optimum aus sich, ihren Prozessen oder ihren Produkten herauszuholen.

Kristin Levering: Kite IT ist Innovationspartner für digitale Transition mit starkem Fokus auf die Pharma- und Medizintechnik. Hier tragen uns drei große Säulen: Entwicklung, Beratung und Coaching. Im Bereich Entwicklung konzentrieren wir uns vor allem auf Softwarelösungen, ansonsten bewegen wir uns in der Automatisierung im produzierenden Umfeld der Pharmatechnik. Hierbei liegt der Fokus auf der Modernisierung und Vernetzung von Anlagen sowie klassischen Aufrüstarbeiten. Zudem beraten und coachen wir auch zu den großen Themen Projektmanagement und Changemanagement, das heißt wenn jetzt jemand zum Beispiel von einem klassischen auf den agilen Ansatz umstellen möchte, dann unterstützen wir dabei. Innerhalb der Pharma- und Medizintechnik ergeben sich vor allem Herausforderungen durch regulatorische Anforderungen der Gesetzgebung. Zum Beispiel gilt die Norm IEC 62304 für die Entwicklung und Wartung von Software, wenn die Software selbst ein Medizinprodukt oder ein integraler Bestandteil eines fertigen Medizinprodukts ist. Wir kennen uns in der normkonformen Entwicklung aus und unterstützen unsere Kunden bei der Validierung. Hier wollen wir zukünftig noch mehr unseren Fokus setzen.

Außerdem entwickeln wir gerade unser eigenes Produkt myTalkmaster. Dieses hat zwar nichts mit der Pharmawelt direkt zu tun, ist aber sozusagen unser Steckpferd. Der MyTalkmaster ist ein digitaler Coach zur Analyse, Bewertung und Training von natürlicher Sprache und Rhetorik mittels Text Mining und Text Clustering. Die digitale Analyse von Mimik und Gestik per Computer Vision wird bald dazukommen. Gelauncht wird im Sommer 2021.

Wie finanziert ihr euch aktuell?

Markus Zickermann: Mit unserer Software- und Beratungsdienstleistung im Bereich Medizin und Pharma generieren wir entsprechende Umsätze und können damit aktuell den MyTalkmaster noch quer finanzieren. Die Idee ist, dass sich diese Software mittelfristig selbst trägt.

Wer ist eure Zielgruppe?

Kristin Levering: Unser Sprachcoach ist natürlich für alle interessant, die diesen nutzen wollen, sei es für erfahrene Sprecher oder Moderatoren. Er ist aber natürlich auch für uns Laien immer hilfreich. Unsere Dienstleistungen bewegen sich vor allem in der Pharma- und Medizintechnik, primär im Automatisierungsumfeld. Wir schränken uns aber nicht ein, sondern unterstützen gerne dort, wo es Innovative Ideen gibt.

Markus Zickermann: Das Grundportfolio der Dienstleistungen spricht sowohl Großkonzerne als auch kleine und mittelständische Unternehmen an, aber auch Startups hier direkt aus unserer Umgebung. Wir unterstützen dann in einer sehr engen Kooperation in den Projekten.

Was unterscheidet Kite IT von Firmen mit ähnlichen Schwerpunkten?

Kristin Levering: Das besondere ist, dass wir jung und dynamisch sind und sehr flexibel denken. Dabei setzen wir uns wenig Grenzen. Wenn es eine großartige Idee gibt, tun wir unser Bestes, um sie umzusetzen. Wir können auf ein sehr großes Netzwerk zurückgreifen. Das heißt, auch wenn wir selbst noch nicht in die Thematik eintauchen können, findet sich immer jemand, der uns unterstützen kann. So wurde bis jetzt auch jedes Projekt zum Erfolg geführt.

Was war euer größter Rückschlag?

Markus Zickermann: Zum einen ist es so, dass wir schon sehr berufserfahren sind, alle drei Geschäftsführer sind bis zu 20 Jahre in dieser Branche tätig und insofern konnten wir auch sehr überlegt die Gründung der Kite IT vornehmen. Demzufolge hatten wir in den letzten beiden Jahren glücklicherweise keinen Rückschlag, sondern ganz im Gegenteil: wir sind stärker gewachsen als wir es erwartet haben, beschäftigen derzeit bereits mehr als 30 Mitarbeiter und freuen uns natürlich sehr über die erfolgreiche Entwicklung der Kite IT.

Was würdet ihr jungen Unternehmern/Gründern mit auf den Weg geben?

Markus Zickermann: Das wichtigste ist ja auch das, was die meisten Gründer haben: die Idee und den Spirit für ihr Produkt. Dazu gehört auch, dass sie ihr Produkt nach vorne entwickeln wollen, um bestmögliche Mehrwerte für die Kunden zu generieren und so auch schnell zu einem wirtschaftlichen Erfolg zu kommen. Denn man braucht eine gesunde wirtschaftliche Basis für ein Unternehmen. Neben dem Streben nach dem gesunden Fundament raten wir Gründern auch dazu sich Hilfe zu holen, sei es von der IHK, von anderen Gründern  oder Geschäftsführern. Auch der Austausch in relevanten Netzwerken ist hilfreich. So sollte das Vorhaben dann eine sehr stabile und erfolgreiche Sache werden.

Was sind die nächsten Ziele für Kite IT?

Markus Zickermann: Zum einen wollen wir unser Dienstleistungsportfolio weiter ausbauen, sodass wir von der Softwareentwicklung über Beratung im Bereich Regulatorik aber auch das Thema Consulting/Coaching, zu dem der MyTalMaster sehr schön dazu passt, abdecken. Und zum anderen wollen wir uns vergrößern. Unser, Ziel ist es, in drei Jahren 50 Mitarbeiter zu beschäftigen, um ein stabiles wirtschaftliches Fundament zu schaffen.

Kristin Levering: Außerdem wollen wir präsenter werden. Deswegen sind wir auch Veranstalter der MedTech Change (heydelberger.de). Hier bieten wir eine Plattform, auf der Fach- und Führungskräfte sowie Unternehmer im Gesundheitswesen den digitalen und regulatorischen Wandel kooperativ angehen können.

Was erhofft ihr euch von der Zusammenarbeit mit 5HT? 

Markus Zickermann: Als Player im Bereich der Medizin- und Pharmaindustrie empfinden wir es als äußerst wichtig lokal gut vernetzt zu sein. Wir sind seit Anfang an Partner des Cluster Medizintechnologie in Mannheim und wachsen da jetzt ein Stück weit raus. Deshalb sind wir nun Teil des 5HT Digital Hub Chemistry & Health geworden, um uns mit relevanten Marktteilnehmern zu vernetzen und eigene Ideen einzubringen. Wir sind zudem offen für Kooperationsgespräche mit anderen Startups.


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