Five Lives erkennt das Demenzrisiko frühzeitig und arbeitet an der Prävention

Katharina Kittelberger

Startup Stories

Laut WHO zählt Demenz weltweit zu den Top 10 unter den Todesursachen. Da die Krankheit nur begrenzt behandelt werden kann, ist sie eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Allein in der UK kennen ca. 52 Prozent der Bevölkerung eine von Demenz betroffene Person, global leiden ganze 50 Millionen Menschen an der Krankheit. Noch alarmierender ist, dass Experten die Zahl der auf der Welt lebenden Erkrankten bis zum Jahr 2050 auf 150 Millionen schätzen.

Mitverantwortlich dafür ist, dass die Erkennung von Demenz derzeit mangelhaft, langwierig, teuer und ungenau ist. 
Das im Jahr 2019 gegründete Gesundheitsstartup Five Lives möchte das mit ihrer als Medizinprodukt anerkannten App verbessern. Ausgehend von Tours, Frankreich, und London, UK, entwickelt das Startup ansprechende, digitale Therapeutika, um Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie Demenz, frühzeitig zu erkennen und durch Lebensstilmaßnahmen zu vermeiden

Die Teilnahme von Clara Bauby, Head of Partnerships bei Five Lives, an unserem 5-HT X-Linker „Digital Health for Pharma“ verdeutlichte ihr die Wichtigkeit von Vernetzung als treibende Kraft für neue Innovationen: „Das Event war ein wunderbares Beispiel dafür, wie digitale Lösungen im Bereich der Gesundheit nebeneinander existieren und sich sogar ergänzen können.“  

Im Interview mit 5-HT erläutert Clara, wie die Arbeit von Five Lives Millionen von Menschen zu einem längeren, gesünderen und glücklicheren Leben verhilft.

Clara Bauby, Head of Partnerships bei Five Lives

Die App von Five Lives als Tool für ein gesundes Gehirn  

Grundsätzlich herrscht in der Bevölkerung ein allgemeines Bewusstsein über Demenz. Laut Clara ist dieses jedoch auf nicht beeinflussbare Risikofaktoren wie die Genetik oder ein durch beispielsweise Rugby hervorgerufenes Schädel-Hirn Trauma beschränkt. Weniger bekannt sind die modifizierbaren Risikofaktoren: "Laut einer Studie von Livingstone (Livingston et al., 2019) könnten 40 Prozent der Demenzfälle durch aktive Lebensstilinterventionen verhindert werden! Hierzu zählt unter anderem eine gesunde Ernährung oder ausreichend Schlaf.“

Hinzu kommen persönliche Gründe, aus denen sich Five Lives dieser Thematik verpflichtet fühlt: „Der Großteil unseres Teams wurde auf die Krankheit erstmals durch familiäre Fälle von Alzheimer oder anderen Fällen von Demenz aufmerksam. Diese starke persönliche Betroffenheit war es, die uns motivierte nach Lösungen zur Vermeidung der Krankheiten zu suchen“, so Clara.  

Folglich konzipierte das Five Lives Team eine App, mit der die Nutzer nach einer anfänglichen, klinisch geprüften Risikobewertung (ML) mit Hilfe von personalisiertem Coaching darin unterstützt werden, eine gesunde Lebensweise zu führen. 

Frauen sind überproportional häufig von Demenz betroffen

Da Frauen weltweit 65 Prozent der durch Alzheimer und anderen Formen der Demenz bedingten Todesfälle ausmachen, sind diese die primäre Zielgruppe von Five Lives. Genauer handelt es sich dabei um die 50 bis 75-jährigen sich vor geistigem Verfall fürchten, und möglicherweise bereits „Gehirnnebel“ (engl. „Brain Fog“) erfahren haben. Zugleich können auch ältere, an Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen leidende Familienmitglieder die App nutzen. Hinzukommend werden kontinuierliche Selbstverbesserer (sog. „Kaizenisten“), die regelmäßig trainieren, ihre Gesundheit im Auge behalten und wissen wollen, wo sie stehen, angesprochen. Selbstverständlich können männliche Besorgte auch die App von Five Lives nutzen, es ist statistisch gesehen weniger wahrscheinlich.

Was Five Lives von Startups mit ähnlichen Lösungen unterscheidet:

Laut Clara fokussieren sich die bisherigen Lösungen primär auf Ärzte und Kliniken, nicht aber auf Patienten. „Viele Lösungen spielen sich in einer klinischen Umgebung ab und sind beispielsweise darauf ausgerichtet, Hilfsmittel für Diagnosen oder eine neue Art der Diagnose zu sein. Problematisch ist hierbei, dass die Personen, die sich um Demenz sorgen, nicht miteinbezogen werden.“
Somit lag auf der Hand, dass es bisher keine Lösung gab, die gesunden Menschen die Möglichkeit bot, einen aktiven Schritt zu gehen, um das Erkranken an Demenz zu verringern: „Erst mit unserer App können Patienten kostenlos und bequem von Zuhause aus ein persönliches Risikobild erstellen. Hierauf aufbauend beantworten wir, was die nächsten sinnvollen Schritte sind, um eine Krankheit wie Demenz vorzubeugen.“ 

Ein zusätzlicher Punkt, der mit dem patientenzentrierten Fokus einhergeht, ist, dass die App von Five Lives darauf abzielt eine bestmögliche Benutzererfahrung zu erzielen. Hier betont Clara: „Wir möchten ein Nutzererlebnis gewähren, das bei unseren Patienten den Wunsch weckt, auch am nächsten Tag wiederzukommen, um aktiv etwas für die eigene Gesundheit und einen positiven Lebensstil zu tun.“  

Die Teilnahme am X-Linker „Digital Health for Pharma“ als große Chance

Die beim X-Linker „Digital Health for Pharma“ gesammelten Erfahrungen beschränkten sich für Clara bei weitem nicht nur auf das finale Event am 08. April 2022. Bereits die im Vorhinein stattfindenden Startup-Coachings begeisterten sie: „Es war großartig, den anderen teilnehmenden Startups bei ihren leidenschaftlich vorgetragenen Pitches zuzuhören. Zu sehen, wie andere Startup-Lösungen vorgestellt wurden, half mir dabei, auch meine eigene Präsentation zu optimieren. 

Nachdem ich am Finaltag meinen Pitch vorgestellt hatte, muss ich gestehen, dass mir die anschließenden Einzelgespräche etwas Angst gemacht haben. Ich dachte mir, zehn Einzelgespräche à zehn Minuten könnten vielleicht langatmig und redundant werden“, erklärt Clara.  

„Letztlich war diese Angst unbegründet, denn tatsächlich bestand das Publikum aus einer bunten Mischung aus interessanten Pharmazeuten, Pharmazie-Gründern und weiteren Personen mit unterschiedlichen Hintergründen. Zwar waren die Gespräche noch immer herausfordernd, aber auf eine gute Art und Weise“, lacht sie. 

Zusammenfassend kommentiert Clara das Event als „äußerst effizient. Der gesamte Tag verging sehr schnell und es war wirklich interessant, die Sichtweise der Jury und Corporate Speed-Dater zu unserer Lösung von Five Lives zu hören.“

Die Zukunftspläne von Five Lives und wie 5-HT bei der Umsetzung helfen kann  

„Vor uns liegt ein recht arbeitsreiches Jahr“, schmunzelt Clara. „Parallel zu unserem stetig wachsenden Team planen wir bis Ende diesen Jahres 2022 unsere Series A abzuschließen, was sehr aufregend ist.  

Darüber hinaus planen wir neue Märkte zu erschließen, denn noch ist unsere App nur in zwei Ländern, nämlich Großbritannien und Australien, verfügbar. In diesem Jahr 2022 möchten wir sie auch auf dem französischen und den deutschen Markt anbieten können. 

In diesem Zusammenhang wird die Partnerschaft mit 5-HT definitiv eine große Rolle spielen, denn die richtigen Kontakte zu den richtigen Partnern sind ausschlaggebend für die erfolgreiche Etablierung unserer App. Nur so können wir sicherzustellen, dass die bestmögliche Lösung für diesen spezifischen Markt angeboten werden kann. 

Darum sehen wir in der Zusammenarbeit mit 5-HT die Chance auf einen erleichterten Marktzugang, aber auch das Zustandekommen von Gesprächen mit wichtigen Interessensvertretern.“

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