Einzigartiges Nachhaltigkeitsmanagement in der Wertschöpfungskette von Chemikalien und Kunststoffen

Laura Diez

Startup Stories

Die Klimaziele verändern die Industrie, und Nachhaltigkeit ist bereits zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden. Viele Unternehmen wollen daher ihren ökologischen Fußabdruck verbessern, wissen aber oft nicht, wo sie anfangen sollen.

Hier kommt der 5-HT X-Linker Alumni Carbon Minds ins Spiel. Carbon Minds bietet Daten, Beratung und Schulungen, um Unternehmen in allen Phasen der Wertschöpfungskette von Chemikalien und Kunststoffen bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsinitiativen zu unterstützen.  

"Wir liefern einzigartige Daten über die Umweltauswirkungen von Chemie- und Kunststoffprodukten. Unsere Daten verschaffen Unternehmen in der chemischen Industrie und darüber hinaus Transparenz über ihre Produktlieferkette und ihre Lebenszyklusemissionen. Wir bieten umsetzbare Erkenntnisse, die den Unternehmen helfen, ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren und ihre Klimaziele zu erreichen. Und wir entwickeln vertrauenswürdige Entscheidungshilfen, die sich auf die Forschung stützen und in vielen Branchen Anwendung finden", erklärt Mitbegründer und CEO Arne Kätelhön.  

Wie funktioniert das, und vor allem, was bedeutet es für die Nachhaltigkeit?  

Durch die Verwendung eines digitalen Modells der globalen Chemieindustrie schafft Carbon Minds Transparenz über die Umweltauswirkungen von Unternehmen in den globalen chemischen Lieferketten.

Lieferketten tragen zum Kohlenstoff-Fußabdruck eines Unternehmens bei und haben oft einen größeren Einfluss als der Energieverbrauch und die Produktionsprozesse eines Unternehmens zusammen. "Schließlich stammen oft nur etwa 20 Prozent der Emissionen, die ein Unternehmen verursacht, aus seinen eigenen Schornsteinen. Aber rund 80 Prozent der Emissionen sind in der Lieferkette eines Unternehmens versteckt", erklärt Arne.  

"Wir sind das einzige Unternehmen, das die Umweltauswirkungen in den globalen chemischen Lieferketten auf einer lieferantenspezifischen Ebene modelliert hat, indem wir die Lieferanten der am häufigsten verwendeten Chemikalien und Kunststoffe in großen Mengen betrachtet haben", so Arne weiter.

Mit dieser lieferantenspezifischen Modellierung, die den Daten von Carbon Minds zugrunde liegt, gewinnen die Chemieunternehmen - und die Nachhaltigkeit - in zweifacher Hinsicht. 

Erstens erhalten die Unternehmen jetzt verbesserte Lebenszyklusinventardaten (LCI), so dass sie ihre eigenen Ökobilanzstudien (LCA) durchführen und Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Umweltleistung erkennen können. In der cm.chemicals-Datenbank sind Daten zu mehr als 1000 Chemikalien und Kunststoffen verfügbar, die mit allen wichtigen LCA-Tools kompatibel sind.  

Zweitens ist Carbon Minds eine Partnerschaft mit ICIS eingegangen, einer globalen Quelle für unabhängige Rohstoff-Informationsdienste, um lieferanten- und anlagenspezifische Daten zum Kohlenstoff-Fußabdruck von Chemikalien und Kunststoffen in einem einzigartigen Analysetool bereitzustellen. Dieses Tool ermöglicht es Unternehmen, kosteneffiziente Wege zur Erreichung selbst der ehrgeizigsten Umweltziele zu finden. 

Auf diese Weise hilft Carbon Minds den Chemieunternehmen, Daten in Fakten umzuwandeln und fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, wie sie den Übergang zur Nachhaltigkeit bewältigen können. 

Gute Entscheidungen erfordern gute Daten  

Carbon Minds will der chemischen Industrie helfen, ihre Umweltauswirkungen durch faktengestützte Entscheidungen zu verringern. Die Herausforderung liegt in der Komplexität der Herstellung, des Handels und der Veredelung von Chemikalien zu Endprodukten. Aufgrund dieser Komplexität können Produkte, die chemisch identisch sind, sehr unterschiedliche Umweltauswirkungen haben. 

Je nachdem, woher ein Unternehmen seine Chemikalien und Kunststoffe bezieht, können die Produktionspfade für diese eingekauften Materialien sehr unterschiedlich sein. Diese unterschiedlichen Produktionswege spielen eine große Rolle bei der Bestimmung der gesamten Umweltauswirkungen eines Produkts. Einige Chemikalien und Kunststoffe werden von Zulieferern hergestellt, die umweltfreundlichere Technologien verwenden als ihre Konkurrenten mit hohen Umweltauswirkungen. Dies bedeutet, dass es innerhalb jeder Lieferkette sehr wahrscheinlich Möglichkeiten zur Verringerung der Auswirkungen gibt. 

Sobald Unternehmen die Komplexität der Auswirkungen ihrer Lieferkette verstehen, können sie ihre bestehenden Lieferanten einbeziehen oder einen Wechsel in Betracht ziehen. Beide Strategien können die Umweltauswirkungen eines Unternehmens reduzieren, ohne dass kostspielige Änderungen der Produktionsprozesse oder lange Wartezeiten für neue Technologien erforderlich sind. 

Der erste Schritt eines jeden Unternehmens muss jedoch sein, die Auswirkungen seiner Lieferkette zu verstehen. Mit den Daten von Carbon Minds kann ein Unternehmen die verschiedenen Umweltauswirkungen seiner Zulieferer ermitteln und die Emissionen seiner Lieferkette optimal steuern.  

Klarheit durch Komplexität und schnellere Emissionsreduzierung

Moderne Analysewerkzeuge können Entscheidungen über das Nachhaltigkeitsmanagement von Lieferketten unterstützen, indem sie die Daten von Carbon Minds in eine Fundgrube von Erkenntnissen verwandeln.

In Zusammenarbeit mit ICIS führt Carbon Minds ein neues Analysetool zur Bewertung der Auswirkungen von Chemikalien und Kunststoffen auf die Lieferkette ein. 

Auf der Grundlage der einzigartigen lieferantenspezifischen Daten von Carbon Minds ermöglicht das Tool Unternehmen, die Auswirkungen ihrer Lieferkette zu bewerten, Emissions-Hotspots zu identifizieren, Lieferanten zu vergleichen und Möglichkeiten zur Emissionsreduzierung zu finden. 

Auf diese Weise können die lieferantenspezifischen Daten von Carbon Minds den Unternehmen zeigen, wie sie ihren Kohlenstoff-Fußabdruck durch die Einbindung ihrer Lieferketten erheblich reduzieren können. Sie können so schnell wie möglich große Schritte in Richtung ihrer Klimaziele machen und uns alle näher an das globale Klimaziel von 1,5 Grad bringen. 

"Das ist der Wert, wenn man aus der Komplexität Klarheit schafft - schnellere Emissionsreduzierungen", schließt Arne. 

Was ist die Geschichte hinter Carbon Minds?

Carbon Minds Co-Gründer Raoul Meys und Arne Kätelhön (v.l.n.r.) 

"Die Idee für Carbon Minds wurde an der RWTH Aachen geboren", erzählt Arne. Er und sein Mitgründer Raoul Meys leiteten an der RWTH ein Team, das Nachhaltigkeitsbewertungen mit Schwerpunkt auf der chemischen Industrie entwickelte. Dabei stießen sie immer wieder auf Probleme mit der Datenverfügbarkeit für Lieferketten.  

"Wir haben angefangen, eigene Modelle von Lieferketten zu bauen, die dann immer größer und genauer wurden. Dadurch konnten wir neue Erkenntnisse über CO2-Vermeidungsstrategien in der chemischen Industrie gewinnen, die nicht nur für uns eine hohe praktische Relevanz hatten. Von der Gründung eines Start-ups war anfangs nie die Rede. Wir haben aber schnell gemerkt, dass sich unsere Modelle immer weiter hochskalieren lassen, um die Umweltauswirkungen der chemischen Industrie in großem Maßstab zu beschreiben. Und genau das ist wichtig für einen erfolgreichen Übergang der chemischen Industrie zur CO2-Neutralität. In diesem Moment wurde die Idee von Carbon Minds geboren." 

Welche Rolle spielt der 5-HT Digital Hub Chemistry & Health für Sie? 

"Wir sind stolz darauf, Teil des 5-HT Digital Hub Chemistry & Health Ökosystems zu sein. Die Zugehörigkeit zu 5-HT hat uns die Möglichkeit gegeben, an zahlreichen spannenden Veranstaltungen, Events und Startup-Wettbewerben teilzunehmen. Der Startschuss für unsere Zusammenarbeit war die Bewerbung für den 5-HT X-Linker im Februar 2021, der für Carbon Minds ein großartiges Ereignis war. Wir hatten die Möglichkeit, unseren Pitch einem neuen Publikum zu präsentieren und Kooperationen mit führenden Unternehmen anzubahnen, die sich mit den Auswirkungen von Chemikalien in ihren Lieferketten befassen. Wir freuen uns darauf, auch in Zukunft auf die Unterstützung von 5-HT zählen zu können." 

Carbon Minds auf der Überholspur

Carbon Minds ist über den Hub mit zahlreichen Unternehmen in Kontakt getreten. Als nächstes steht die Digital Hub Initiative Pitch Night auf dem Programm: Am 24. Mai treffen im Kraftwerk Mitte Dresden die innovativsten Startups Deutschlands auf nationale und internationale Investoren. Carbon Minds wird ihre bahnbrechende Lösung vorstellen, die eine hohe Transparenz über die Umweltauswirkungen der Wertschöpfungsketten von Chemikalien und Kunststoffen bietet. Stefan Kohl, Geschäftsführer des 5-HT Digital Hub Chemistry & Health, wird an der Pitch Night teilnehmen und freut sich auf ein persönliches Gespräch mit Carbon Minds. "Carbon Minds entwickelt sich prächtig! Das Startup ist stetig gewachsen und bietet einigen der größten Unternehmen der Welt Lösungen zur Reduzierung ihrer Umweltauswirkungen im Zusammenhang mit der Produktion und dem Einsatz von Chemikalien. Ökologische Lebenszyklusdaten sind die Grundlage des Unternehmens."

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