Ein digitaler Gesundheitscoach verbessert die Lebensqualität für Rheumapatienten

Laura Diez

Startup Stories

Im Zusammenhang mit rheumatischen Erkrankungen kursieren viele Mythen und Gerüchte, z.B.: Nur alte Menschen bekommen Rheuma – Falsch! Manche rheumatischen Erkrankungen treten tatsächlich im Alter auf. Es gibt aber andere Formen, die schon junge Menschen oder sogar Kinder betreffen. In Deutschland leiden laut der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) 1,5 Millionen Menschen unter entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Davon sind ca. 30.000 bis 40.000 Kinder betroffen. Viele rheumatische Erkrankungen sind nicht heilbar. Wie können wir uns also um rheumatische Erkrankungen kümmern? Diese Frage hat sich auch 5-HT X-Linker “Digital Health for Pharma” Alumni Felix Lang gestellt, als er gemeinsam mit Christine Peine das Digital Health Startup Midaia gegründet hat.

Midaia verteilt die Ressourcen neu 

„Meine Mutter ist selbst von einer rheumatischen Erkrankung betroffen,“ berichtet Felix. „Daher habe ich aus nächster Nähe kennengelernt, was es bedeutet, eine rheumatische Erkrankung zu haben und welche Implikationen das für das tägliche Leben der Betroffenen hat. Das sind zum einen Implikationen durch die Symptomatik, wie beispielsweise geschwollene Gelenke. Zum anderen ist Rheuma eine komplexe Erkrankung, die eine umfangreiche medizinische Versorgung benötigt. Diese ist durch die geringe Anzahl an Rheumatologen derzeit leider nicht gegeben.”

Also war die Initialzündung für unsere Gründung vor allem der persönliche Bezug zur Krankheit. “Zudem haben wir erkannt, dass man mit der Digitalisierung in dem Bereich viele Ressourcen besser verteilen kann und Patienten besser in die Versorgung integrieren kann,” fügt Felix hinzu.

Begleitung zwischen den Arztbesuchen

Midaia bietet ein digitales Disease Management Tool, das nicht-medikamentöse Therapien personalisiert und die Zusammenarbeit zwischen Patienten und Rheumatologen verbessert. Die "Mida Rheuma App" begleitet die Patienten zwischen den Arztbesuchen. Durch die Personalisierung nicht-medikamentöser Therapien verbessert Midaia nachweislich die Lebensqualität der Patienten. Die App begleitet die Patienten auf ihrem Weg durch die Krankheit und sorgt dafür, dass sie sich weniger allein fühlen. 

Durch die Weitergabe der gesammelten Daten kann der Rheumatologe bessere Entscheidungen über die medizinischen Behandlungen treffen, wodurch Behandlungs-Ergebnisse weiter verbessert werden.  

Mit konkreten Anweisungen der Konkurrenz einen Schritt voraus

„Es gibt aktuell keine Anwendung auf dem Markt, die einen Funktionsumfang anbietet, der so spezifisch auf die Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnitten ist wie unsere. Es gibt zwar verschiedene Anbieter, sowohl in der Rheumatologie als auch allgemein bei digitalen Gesundheitsanwendungen, die sich auch auf bestimmte Symptome fokussieren, wie z.B. Fatigue, Depressionen oder Schmerzen, dies aber relativ oberflächlich. Allerdings bietet niemand ein vergleichbares Gesamtpaket mit Fokus auf entzündlich-rheumatische Erkrankungen. Midaia bietet eine patientenzentrierte, holistische Anwendung an, die all diese Symptome, die oftmals auch bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen auftreten, in einer Anwendung kombiniert.“

Im Gegensatz zur Konkurrenz stellt der Gesundheitscoach von Midaia konkrete Aufgaben, die individuell auf jeden Patienten und seine Bedürfnisse abgestimmt sind. So erhält der Patient beispielweise nicht nur die Empfehlung mehr Wasser zu trinken, sondern die konkrete Aufgabe, sich abends ein Glas Wasser auf den Nachttisch zu stellen, um morgens schon die erste Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Mida verbessert mit einfachen Aufgaben und kleinen Verhaltensänderungen die Krankheitsaktivität und körperliche Beeinträchtigung.

Patienten erhalten einen Überblick über ihr Wohlbefinden, Schmerzen und Krankheitsaktivität im Zeitverlauf. Außerdem zeigt die Mida-App, wie sich die Verhaltensweisen des Patienten bezüglich Ernährung, Bewegung, mentale Gesundheit und Medikamente verändert haben.

Mit erfolgreichen Studienergebnissen im Rücken 

“Wir bieten ein zertifiziertes Medizinprodukt und erfüllen dementsprechend auch unzählige klinische Anforderungen.

So haben wir bereits eine erfolgreiche erste Studie, im Universitätsklinikum Mannheim mit signifikanter Verbesserung der medizinischen Endpunkte, abgeschlossen.” Diese Studie wird nun auch von EULAR, die „European League Against Rheumatism“, veröffentlicht. “Mit den Studienergebnissen im Rücken haben wir es nicht schwer, potenzielle Kunden zu überzeugen, mit uns zusammenzuarbeiten,” zeigt sich Felix zuversichtlich.

Zur Nutzung der Anwendung muss eine Diagnose von einer oder mehrerer der folgenden Krankheiten vorliegen:

• Rheumatoide Arthritis

• Psoriasis Arthritis

• Spondyloarthritis (SpA)

Von Patienten und Rheumatologen entwickelt

Seit März 2021 wird die Mida App bereits im Rahmen einer klinischen Studie genutzt. Seit Ende Mai 2021 ist die App auch frei öffentlich und kostenlos für alle Betroffenen verfügbar. Felix gibt uns einen Einblick, wie Mida bei den bisherigen Nutzern ankommt: „Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv. Unsere App wird von Patienten gerne genutzt und wir sind stolz, dass wir durch unsere App einen großen Mehrwert bieten können. Patienten kommen auf uns zu und möchten sich in die Entwicklung integrieren.“

Midaia´s Teilnahme am 5-HT X-Linker: Digital Health for Pharma 

„Ich bin sehr zufrieden über meine Teilnahme am 5-HT X-Linker. Ich habe bereits 2021 bei einem anderen 5-HT Event teilgenommen, Insuring Digital Health. Der 5-HT X-Linker hat dieses aber nochmal getoppt! Es waren noch passendere Ansprechpartner. Der Austausch im Speeddating war äußerst ertragreich.

Das Format X-Linker hat eine absolute Daseinsberechtigung: 10 ausgewählte Startups und die richtigen Pharmavertreter ergeben ein Match! Man hatte sich viel zu sagen und wir nehmen wichtige Kontakte von zehn Unternehmen mit und freuen uns auf weitere Gespräche.”

Ein Blick in die Zukunft 

“Wir fokussieren uns auf rheumatische Erkrankungen und sind bisher eigentlich nur ein Produkt für entzündlich rheumatische Erkrankungen, also nur ein Teil dieses Gesamtpopulation der Patienten mit rheumatischen Erkrankungen. Wir wollen DIE Plattform für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen und auch für Rheumatologen sein. Das ist das, woran wir arbeiten. Und dafür wollen und müssen wir mit den richtigen Partnern ins Gespräch kommen, insofern sind wir 5-HT sehr dankbar für die Vernetzung mit relevanten Partnern.”

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