Alles rein, alles raus: Nach der Unternehmens- Datengoldmine graben

Eine bereits bewährte und validierte Technologie. Eine offene Plattform, die alle Daten aufnehmen und alle analysierten Daten ausgeben kann. Eine Software, die es erlaubt, alle Ihre Daten zu sehen und zu benutzen, egal ob es sich um IT-, OT-, IoT- oder jede andere Form von Daten wie Dateien oder PIDs handelt. Dies ist dDriven, ein dataDriven Startup, das eine Plattform namens UNLSH (ausgesprochen unleash) entwickelt hat, um die Daten eines Unternehmens zu nutzen. In einem Interview mit 5-HT erzählen CEO Partha Ray vom Singapur-Team von dDriven und Sugato Ray vom Indien-Team von dDriven, was sich hinter der Plattform ihres Startups verbirgt, die bereits von mehreren Fertigungsriesen in Asien genutzt wird und nun den europäischen und deutschen Markt erobern könnte.

Was verbirgt sich hinter Eurem Namen dDriven?

„Wir streben nach Exzellenz auf dem Gebiet der datengesteuerten Technologie. Wir bieten unseren Kunden eine Plattform, um ihre Daten bestmöglich zu nutzen. Aus diesem Grund haben wir unser Startup dDriven genannt, was die Abkürzung für datengesteuert ist“.

Was steckt hinter Eurer Idee der Verwertung von Unternehmensdaten?

„Die verarbeitende Industrie hat in den letzten 10 Jahren etwa 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr in IT- (Informationstechnologie) und OT- (Operational Technology) Systeme investiert. Diese Systeme sind das Herzstück der Fertigung, werden jedoch in Silos gelagert und enthalten im Wesentlichen eine Billionen-Dollar-Goldgrube an Daten. Mit dem Aufkommen des IoT nimmt auch der Datenbestand von Tag zu Tag zu. Diese Daten ganzheitlich zu nutzen, ist eine äußerst schwierige Aufgabe. Die meiste Arbeit, die heute im Bereich der digitalen Transformation geleistet wird, besteht lediglich darin, eine Schicht uneinheitlicher Analysen zu den uneinheitlichen Daten hinzuzufügen. Dies ist die zentrale Herausforderung, der wir uns stellen. Unsere Plattform, UNLSH, löst dieses Problem der Disconnected Manufacturing durch die Nutzung aller IT-, OT- und IoT-Daten.

Dies ist eine Studie, die über die großen Investitionen der Hersteller in IT- und OT-Systeme spricht. Sie können hier direkt einen Blick darauf werfen: https://plus.credit-suisse.com
Dies ist eine Studie, die über die großen Investitionen der Hersteller in IT- und OT-Systeme spricht. Sie können hier direkt einen Blick darauf werfen: https://plus.credit-suisse.com

Die Industrie beginnt auch aufzuwachen, was diese Daten wert sind. In den letzten Jahren haben sich mehrere Branchengiganten, von denen viele jetzt unsere Kunden sind, an uns gewandt und uns gefragt: „Wir wollen digitalisieren, wie nutzen wir unsere IT- und OT-Daten? Bis jetzt gab es keine grundlegende Datenplattform oder ein Tool, um Geschäfts- und Fertigungsbetriebsdaten sehr einfach zu nutzen, da es technische Schwierigkeiten gab, all diese Daten so zu vermischen, dass eine ganzheitliche Analyse möglich ist. Und genau hier kommt dDriven ins Spiel. Wir sind dabei, dieses Problem zu lösen“.

Dieses Bild zeigt alle IT- und OT-Systeme, bei denen eine riesige Datenmenge gesperrt bleibt. Es zeigt auch das Problem der Konvergenz all dieser Daten, um kontextualisierte Einblicke zu liefern (dies sind auch einige der Systeme, aus denen UNLSH Daten aufnimmt)
Dieses Bild zeigt alle IT- und OT-Systeme, bei denen eine riesige Datenmenge gesperrt bleibt. Es zeigt auch das Problem der Konvergenz all dieser Daten, um kontextualisierte Einblicke zu liefern (dies sind auch einige der Systeme, aus denen UNLSH Daten aufnimmt)

Was steckt hinter Eurer Plattform, das Euch von anderen Startups unterscheidet?

„Der erste Unterschied zwischen uns und anderen Startups in diesem Bereich der Datenanalyse besteht darin, dass wir einmal eine Plattform entwickeln, die jeder Ingenieur mit einfachen Schritten als ‚Drag and Drop‘ benutzen kann. Das bedeutet, dass Sie für die Nutzung der Daten aus Ihrem System keine speziellen IT-Erfahrungen oder -Kenntnisse benötigen und dass Sie nicht programmieren müssen. Dies reduziert Ihre „Time-to-Value“ drastisch. Heute dauert ein Digitaltransformationsprojekt von nur 1 einzigen Anlage etwa 2 Jahre, und auch das ohne jegliche Flexibilität oder Aussicht auf Skalierung. Mit dDriven’s UNLSH können Sie es jedoch innerhalb von 14 Wochen durchführen und bei Bedarf schnell skalieren.

Der zweite Unterschied zwischen uns und anderen Startups besteht darin, dass wir eine offene Plattform haben. Sie ist jedem System gegenüber agnostisch, ob es nun SAP oder Siemens oder irgendetwas anderes ist. Sie kann von jedem System aufnehmen und jedes System bedienen. Beispielsweise können Sie Ihre IT- und OT-Daten oder Analysen an eine Cloud wie Microsoft Azure, an eine beliebige Machine Learning Workbench Ihrer Wahl oder an ein beliebiges Visualisierungstool Ihrer Wahl weitergeben. Aus diesem Grund arbeitet unsere Plattform nach dem Prinzip „Alles rein, alles raus“.

Übersichtsbild von UNLSH, das alle Systeme zeigt, die in Verbindung stehen, um die digitale Transformation für Hersteller rasch zu beschleunigen
Übersichtsbild von UNLSH, das alle Systeme zeigt, die in Verbindung stehen, um die digitale Transformation für Hersteller rasch zu beschleunigen

Ein dritter und sehr wichtiger Unterschied ist der digitale Zwilling der UNLSH-Operationen. Die Datenmodellierung ist das Kernstück jeder Form von Analyse, wenn es um Industriedaten geht. Dies durch klassische IT-Datenmodellierung zu tun, ist extrem langsam und erlaubt keine Flexibilität oder Skalierung, da industrielle Daten über viele Systeme verteilt sind. UNLSH ermöglicht es den Benutzern jedoch, eine einfache Drag-and-Drop-Schnittstelle zu verwenden, um jede beliebige Entität mit Hilfe der Workbench Operations Digital Twin schnell zu modellieren. Bei diesen Entitäten kann es sich um physische Entitäten wie Geräte oder nicht-physische Entitäten wie Arbeitsprozesse und Funktionen handeln. Daher wird der Operations Digital Twin im Wesentlichen zu einer Echtzeit-Cyber-Replik des gesamten Unternehmens. Er ist ein Kernstück unserer Plattform“.

Dies zeigt, wie das UNLSH Daten kontextualisiert und kontextualisierte Einsichten und Vorausschau für die wichtigsten Akteure liefert und auch Operationen an entfernten Standorten ermöglicht.
Dies zeigt, wie das UNLSH Daten kontextualisiert und kontextualisierte Einsichten und Vorausschau für die wichtigsten Akteure liefert und auch Operationen an entfernten Standorten ermöglicht.

Wer steckt hinter Eurem Startup?

„Wir begannen 2016 als kleines Team, mit drei formalen Gründern und zwei Gründern, die später hinzukamen. Heute sind wir 25 Personen bei dDriven. Wir haben ein Team in Singapur, wo ich ansässig bin, und eines in Indien, wo Sugato ansässig ist. Wir haben auch Partner in Japan und in den USA.“

Was steckt hinter Euren Geschäftsplänen?

„Im Moment konzentrieren wir uns hauptsächlich auf die Prozessindustrie als Ganzes und insbesondere auf die Kohlenwasserstoff- und chemische Industrie. Wir haben unser Produkt bereits auf dem asiatischen Markt etabliert. Wir wollen uns jetzt in einen reiferen Markt bewegen, deshalb wollen wir mit dem deutschen Markt beginnen. Auf dem deutschen Markt tätig zu sein, bedeutet aufgrund seiner Industrie und seines Rufs, sich global zu bewähren. Letztlich wollen wir uns auf den europäischen Markt bewegen, deshalb ist Deutschland ein guter Anfang.

Hinzu kommt, dass dort aufgrund der Reife der deutschen Industrie Entscheidungen im Vergleich zu Asien schneller getroffen werden. Wir haben den Entscheidungsprozess in Deutschland immer als recht unkompliziert empfunden, und das ist sehr hilfreich, weil es Klarheit in Bezug auf den Absatz schafft.

Wir haben ein gutes Verständnis für den deutschen Markt, wir verstehen seine Industriekunden und ihre Probleme und sind zuversichtlich, dass unsere Technologie dort einen großen Mehrwert schaffen würde. Uns fehlen jedoch die notwendigen Industriekontakte, um unsere bewährte Plattform in Deutschland zu präsentieren. Hier brauchen wir die Hilfe von 5-HT. Im Moment sind wir auf der Suche nach Partnern, Kunden und Investoren. Deshalb sind wir Teil von 5-HT“.

Was steckt hinter den Erfahrungen Eures Netzwerks?

„Wir sind über das deutsche Accelerator Programm in Singapur in das Netzwerk von 5-HT eingetreten. Wir haben mit einer Einführungsveranstaltung mit 5-HT begonnen und sind gerade erst über die Einführungsphase hinausgekommen. Die erste Anfangsphase darüber, wie 5-HT uns aushelfen und uns mit der deutschen chemischen Industrie verbinden kann, war jedoch sehr gut.

Natürlich wünschen wir uns mehr Kontakte in der Branche. Aber wir wollen auch das Bewusstsein für die Bedeutung von Daten und Analysen schärfen.

Was steckt hinter Eurer Zukunftsvision?

„Dies ist eine sehr schwierige, aber auch eine sehr spannende Reise. Wir wollen die Plattform von dDriven zu einem sehr erfolgreichen Produkt machen – technisch ist sie bereits sehr gut, aber sie muss erst von ein paar tausend Kunden genutzt werden. Aber glücklicherweise sind wir bereits eine bewährte Plattform und arbeiten mit Fortune-500-Kunden bei groß angelegten Implementierungen zusammen. Wir haben uns in hohem Maße validiert, so dass wir gute Chancen haben, uns auch auf dem europäischen und deutschen Markt zu bewähren“.


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