„Viele Gründer wissen nicht, wie groß das Angebot für Startups in Ludwigshafen ist“ / TZL

Im Rahmen einer neuen Serie stellen wir hier die Räumlichkeiten und sonstigen Angebote unserer Gesellschafter und Kooperationspartner in der Metropolregion Rhein-Neckar vor, mit denen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Für technologieorientierte Startups stellt das TZL – Regionales Innovationszentrum Ludwigshafen sowohl geeignete Infrastruktur als auch umfangreiche Unterstützung bereit, um den Aufbau eines eigenen Unternehmens erfolgreich zu gestalten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Startups im Chemiebereich, die das TZL im Rahmen der Initiative chem2biz mit passenden Unternehmen vernetzt. Aber auch technologisch-innovative Startups aus anderen Bereichen finden im TZL Raum zum Wachsen. Als einer der Gesellschafter von 5-HT setzt sich das Ludwigshafener Innovationszentrum für die Förderung von unter anderem Startups in den Bereichen Digital Chemistry & Digital Health ein. Auch in räumlicher Hinsicht ist die Zusammenarbeit eng, denn 5-HT ist selbst im TZL ansässig. In diesem Interview gibt Michael Hanf, Geschäftsführer des TZL und Projektleiter von chem2biz, einen Einblick in die vielfältigen Angebote für Startups an seinem Innovationszentrum und am Standort Ludwigshafen.

Michael Hanf, Geschäftsführer des TZL und Projektleiter von chem2biz
Michael Hanf, Geschäftsführer des TZL und Projektleiter von chem2biz

Was ist das TZL?

Das TZL, das Regionale Innovationszentrum Ludwigshafen, bietet Unterstützung für technologieorientierte, innovative Unternehmensgründungen. Der Fokus liegt dabei auf naturwissenschaftlich-technischen Startups, insbesondere im Bereich Chemie. In den letzten Jahren adressieren wir aber auch gezielt Gründungen in der Kreativ- und Kultur-, Gesundheits- und Energiewirtschaft, sofern diese einen technologisch-innovativen Ansatz verfolgen. Das TZL wird vom Wirtschaftsministerium des Landes Rheinland-Pfalz und von der Stadt Ludwigshafen getragen. Unser Gebäude in Ludwigshafen-Mundenheim, das sich direkt neben der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft befindet, wurde 1994 fertiggestellt. Seit dem Umbau im Jahr 2015 haben wir im Hinblick auf unsere Rolle als Regionales Innovationszentrum unser inhaltliches Spektrum erweitert, um neben Chemie-Startups auch junge Gründer aus anderen Bereichen anzusprechen.

TZL Ludwigshafen
TZL Gebäude Außenansicht

Welche Angebote gibt es am TZL für Startups?

Unser Leistungsangebot umfasst Vermietung, Services, Beratung und Networking. Unsere Büroflächen – 50 verschiedene Mieträume auf insgesamt 1700 m² – können für ein bis acht Jahre angemietet und je nach Bedarf flexibel erweitert werden. Für angehende Unternehmensgründer bieten wir in der Vorgründungsphase für drei bis sechs Monate mietvergünstigte Büroräume an, sogenannte Inkubatorräume. Neben den Büros an sich gibt es am TZL eine gemeinschaftlich nutzbare Infrastruktur mit Seminar- und Besprechungsräumen sowie Büro-Equipment. Seit Kurzem haben wir auch die Möglichkeit, chemisch-physikalische und physikalische Labore bereitzustellen. Die bisherigen Laborflächen sind bereits vermietet, aber es gibt weitere Räume, die nach Absprache prinzipiell in Laborflächen umgewandelt werden könnten. Mit einem Servicevertrag können Startups bei uns die genannten Räumlichkeiten und zusätzlich zentrale Dienstleistungen wie Postannahme und Empfang nutzen.

Darüber hinaus haben Startups die Möglichkeit, sich von uns beraten zu lassen, wobei wir fallweise auch externe Berater hinzuziehen können. Häufig geht es in der Beratung um die Erstellung eines Businessplans, die Ausarbeitung der Unternehmensstrategie, die Finanzierung und die Öffentlichkeitsarbeit. Das TZL hat außerdem die Projektleitung der Initiative chem2biz inne, die von BASF SE, der Stadt Ludwigshafen und dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium initiiert wurde, um chemienahe Unternehmensgründungen in Ludwigshafen zu unterstützen. Im Rahmen von chem2biz haben wir bereits 40 Gründungsprojekte betreut – erst im letzten Jahr sind 7 neue hinzugekommen. Für chem2biz veranstalten wir außerdem Workshops zu verschiedenen Themen aus der Chemieindustrie, um Cross-Innovation-Potenziale zwischen Startups, KMUs und Konzernen aufzuzeigen. Daraus haben sich für unsere Startups bereits einige Kooperationen mit der Industrie ergeben. Was unsere Aktivitäten im Rahmen von chem2biz betrifft, sehen wir großes Potenzial, in Zukunft noch stärker mit 5-HT zusammenzuarbeiten. Außerdem fördern wir auch den Austausch und die Kollaboration zwischen den verschiedenen Startups im TZL.

Am TZL sind wir außerdem regional sehr gut vernetzt und haben ein umfangreiches Wissen darüber, wohin unsere Startups sich wenden können, um weitere Unterstützung zu erhalten. Wir sind zum Beispiel Teil des Netzwerks Startup Campus Ludwigshafen, das auf seiner Internetplattform über verschiedene Angebote und Aktivitäten für junge Gründer informiert. In Ludwigshafen haben Startups viele Möglichkeiten, die häufig unbekannt sind. Beispielsweise ist hier die Wissensfabrik ansässig, die ein Mentorenprogramm für Startups anbietet. Darüber hinaus können wir unseren Startups zahlreiche Anlaufstellen für die Finanzierung empfehlen. Das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium hat für Neugründungen mit digitalen Geschäftsideen zum Beispiel das Programm startup innovativ ins Leben gerufen. Beim Innovationsfonds Rheinland-Pfalz (ISB) gibt es Unterstützung für Startups, die auf der Suche nach Wagniskapital sind. Außerdem haben junge Gründer aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland die Möglichkeit, ihr Vorhaben auf dem Crowdfunding-Netzwerk Ideenwald zu präsentieren. Auf diese und weitere Finanzierungsangebote machen wir unsere Startups gerne aufmerksam.

Was sind die besonderen Stärken des TZL?

Mit unserem umfassenden Angebot, das sich auf jahrelange Erfahrung stützt, können wir unseren Startups eine sehr gute, bedarfsgerechte Unterstützung anbieten, was ihre Erfolgschancen maßgeblich erhöht. Durch chem2biz und die Nähe zur BASF haben wir einen besonderen Fokus auf der Chemiebranche und bieten für Startups aus diesem Bereich ein ausgezeichnetes Netzwerk an, aus dem sich bereits etliche Kooperationen mit Unternehmen ergeben haben. Darüber hinaus sind wir sehr gut über die verschiedenen Förder- und Finanzierungsangebote informiert, die Startups am Standort Ludwigshafen nutzen können. Oft wird mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, was für eine Vielfalt an Angeboten es hier gibt. Wir weisen unsere Startups immer wieder gerne darauf hin, welche Unterstützungsmöglichkeiten sie direkt vor der Haustür finden können.

Auf welche Success Stories blickt das TZL zurück?

Die Schäfer Additivsysteme GmbH, die nur wenige Minuten vom TZL entfernt ihren Sitz hat, ist seit mehreren Jahren mit der Produktion chemischer Additive erfolgreich. Auch die Alpha Ingenieurgesellschaft mbH, die Ingenieurleistungen für die pharmazeutische und chemische Industrie anbietet und von der Gründung an sämtliche Wachstumsstadien im TZL durchlebt hat, hat mittlerweile einen neuen Standort in Ludwigshafen gefunden. Ein weiteres unserer ehemaligen Startups, der Softwareentwickler iCADA GmbH, ist nach dem Auszug aus dem TZL ebenfalls in Ludwigshafen geblieben. Der aktuellste Fall ist iDTRONIC, ein Unternehmen, das RFID-Lesegeräte entwickelt. Nachdem es viele Jahre am TZL ansässig war, hat es nun in unmittelbarer Nachbarschaft ein eigenes Gebäude errichtet, in das es Ende Mai umgezogen ist. Der IT-Dienstleister opendynamic hat neue Räumlichkeiten in Mannheim gefunden, und die anapur AG, die auf IT-Sicherheit in der Industrie spezialisiert ist, ist mittlerweile in Frankenthal ansässig. Sobald sich unsere Startups so weit etabliert haben, dass sie aus dem TZL ausziehen, freuen wir uns immer, wenn sie in Ludwigshafen oder in der Region bleiben wollen, und unterstützen sie gerne dabei, einen geeigneten Standort zu finden.


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