Digitale Lösungen von Apps bis zum OP-Roboter beim eHealth Symposium Südwest 2020

Wohin geht die Reise in der digitalen Medizin? Welche innovativen Ideen und Entwicklungen gibt es aktuell? Klar ist, dass künstliche Intelligenz, Big Data, Precision Medicine im digitalen Zeitalter auch im Gesundheitswesen eine entscheidende Rolle spielen.

Das eHealth Symposium 2020 befasste sich daher mit der Fragestellung, wie das Gesundheitssystem von der Digitalisierung profitieren kann. Mehr als 150 regionale Vertreter aus Medizin, Forschung, Wirtschaft und Politik nutzten das Format am 29. Januar, um sich über die rasanten Entwicklungen im Bereich eHealth auszutauschen und miteinander zu vernetzen.

Begrüßung durch die Veranstalter Dr. Stefan Weiler/bic, Andreas Klüter/Empolis, Peter Förster/Westpfalz-Klinikum, Stefan Kohl/5-HT Digital Hub (v.l.n.r.)

Heutzutage verbreiten sich Stress und chronische Krankheiten immer rasanter, weshalb innovative Ansätze gefragt sind. So wurden die Apps „Stress-Monitor“ der Technischen Universität Kaiserslautern von Mit-Entwicklerin Dr. Corinna Faust-Christmann vorgestellt, bei der auf spielerische Art bewährte Stress-Management-Methoden eingesetzt werden und das Fabelwesen Elwetritsch Übungen durchläuft.

Dr. Corinna Faust-Christmann

Außerdem präsentierte Anna Lenz von Pathmate ihren Digitalen Gesundheitscoach, eine ansprechende und wissenschaftlich basierte App für chronische Krankheiten wie Herzerkrankungen, die künftig auf andere Krankheiten wie Diabetes oder Schlafstörungen ausgeweitet werden soll.

Anna Lenz von Pathmate

Andrea Schuff von Kubicum stellte mit Quali.de eine Plattform vor, die es Einrichtungen im Gesundheitswesen ermöglicht, bequem und übersichtlich die Qualifikation der eigenen Mitarbeiter zu verwalten. Die Leistungen für Krankenhäuser umfassen darüber hinaus mit meine-meldung.de ein anonymes Meldesystem für Critical Incidents, Beschwerden oder Ideen.

Andrea Schuff von Kubicum

Achim Kohli von dem Berner Unternehmen legal-i zeigte auf, wie sich das medizinische Versicherungsrecht mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) weiterentwickeln lässt. Legal-i extrahiert aus jedem Fall und jedem Dokument eine einzigartige DNA. Mit dieser DNA findet legal-i dann in Sekunden ähnliche Dokumente und Fälle mit ähnlicher DNA im Archiv von Versicherungen und Anwaltskanzleien. „KI ist unglaublich stark darin, Muster in Daten zu erkennen. Und wir sind stark in der Analyse der Daten“, sagte Kohli. Ziel sei es, das vorhandene Wissen zu vernetzen.

Achim Kohli von legal-i

Auch das Westpfalz-Klinikum macht sich die Möglichkeiten der Digitalisierung zunutze. Seit einem Jahr ist dort der OP-Roboter DaVinci Xi® Multiport im Einsatz und ermöglicht minimal-invasives, millimetergenaues Operieren. Von einer Konsole aus steuert der Operateur den Telemanipulator mit Hilfe von Controllern und Fußpedalen. Den Verlauf der OP behält er über einen Bildschirm stets im Blick. „Der DaVinci Xi® Multiport ist das Beste, was der Markt derzeit hergibt“, sagte Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. habil. Christian Mönch, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationsmedizin und Ärztlicher Direktor. „Dennoch wird es immer einen geben, der an der Konsole sitzt und den Roboter steuert.“ Neben der Präsentation des OP-Roboters standen unter anderem auch Vorträge zu den digitalen Möglichkeiten der Emotionsbeeinflussung sowie zur patientenspezifischen Therapieplanung am 3-D-Modell von Hirnaneurysmen auf dem Programm.

„Wir waren erstmalig als Mitveranstalter dabei. Die vielen guten Rückmeldungen haben mich sehr gefreut. Schön, dass wir mit Startups und unserem Netzwerk die Veranstaltung weiter verstärken konnten.“, sagt Stefan Kohl, Geschäftsführer 5-HT Digital Hub Chemistry&Health.

Veranstaltet wurde das eHealth Symposium 2020 vom Business + Innovation Center Kaiserslautern (bic), der Empolis Information Management GmbH, der Westpfalz-Klinikum GmbH sowie vom 5-HT Digital Hub Chemistry&Health. Ziel ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit regionaler Akteure in der Medizin, Forschung, Wirtschaft und Politik im Südwesten zu stärken.

Gelobt wurde von Teilnehmerseite der gute interdisziplinäre Mix aus Fachvorträgen und Startup-Pitches aus dem gesamten Südwesten. Wir freuen uns über die vielen inhaltlichen thematischen Anregungen für 2021 sowie das durchweg sehr positive Feedback der Teilnehmer und deren bereits am Veranstaltungsende geäußerten Bereitschaft, auch beim nächsten eHealth Symposium wieder dabei sein zu wollen.

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